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Praxis 10. Oktober 2006

Eine Frage der Scheine-Zahl

Welche Arten der EDV-Abrechnung kommen in den einzelnen Fällen in Frage? Die konventionell Art: Die Anschaffung eines Dreiplatzsystems kostet 14.000 Euro, so dass bei fünf Jahren realistischer Nutzungsdauer im Jahr 2.800 Euro zu veranschlagen sind. Die Wartung solcher Programme ist mit rund 100 Euro pro Monat nicht ganz billig. Für den Betrieb eines EDV-Vollsystems sollte der jährliche Betrag von 4.000 Euro disponiert werden.

Elektronische Dienstleister 

Eine Alternative stellt die Inanspruchnahme eines elektronischen Dienstleisters dar. Die Abrechnung erfolgt dann entweder nach Scheinzahl oder als Prozentsatz des Honorarvolumens.
Der Arzt braucht nur der Abrechnungsfirma die Scheine zu übermitteln, erhält ein Protokoll, und der Datentransfer zur Gebietskrankenkasse wird von der Abrechnungsfirma hergestellt. Bei einem Volumen von 1.100 Scheinen pro Quartal ist diese Dienstleistung um 3.100 Euro pro Jahr zu haben.
Vergleicht man die Fremdabrechnung mit einer EDV-Vollversion, kommt man zu break-even von 1.500 Scheinen, bei der die Fremdabrechnung genauso viel kostet wie die Selbstabrechnung.

Übertragung relevanter Daten

Die renommierten Softwarehersteller bieten jedoch noch eine Möglichkeit an: Es gibt reine Abrechnungsmodule, die auf einem einzigen PC z.B. an der Anmeldung installiert werden können. Der Ablauf des EDV-losen Arztes braucht sich nicht zu ändern, es wird weiterhin mit Kartei gearbeitet. Der Aufwand besteht darin, die abrechnungsrelevanten Positionen in die EDV-Anlage zu übertragen. Obwohl die technischen Möglichkeiten bestehen, sind noch nicht alle Kassen bereit, dem Arzt die bestehenden Patientenstammdaten zur Verfügung zu stellen. Wenn diese Möglichkeit besteht, kann auf die zeitraubende Erfassung der Stammdaten verzichtet werden, die Diskette der Kasse kann dann einfach eingespielt werden.
Diese Lightversionen kosten inklusive Wartung jedenfalls den Betrag von etwa 2.000 Euro pro Jahr, das entspricht einer Fremdabrechnung von etwa 700 Scheinen.
Wer sich im Schnitt mit 1.100 Scheinen pro Quartal befindet, zahlt bei Fremdabrechnung etwa 3.100 Euro pro Jahr. Wenn man diese Daten betrachtet, stellt man fest, dass kleine Kassenordinationen mit einer Fremdabrechnung wohl gut fahren. Andererseits sollten sich große Ordinationen wohl überlegen, nicht eine Light- oder Komplett-EDV-Version anzuschaffen. 
Ein Beginn mit der Lightversion und späterer Umstieg ohne Kostennachteile ist laut Herstellerinformationen übrigens problemlos möglich.

Michael Dihlmann, Ärzte Woche 11/2002

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