zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 10. Oktober 2006

Praxisgründungs-Seminar hat sich bezahlt gemacht

DDr. Alexandra Pleisnitzer hat schon früh begonnen, sich mit den wirtschaftlichen Angelegenheiten einer eventuellen späteren Niederlassung zu befassen. Durch die Kooperation mit Finanz- und Steuerexperten kam die Zahnärztin sicher ans Ziel.

Pleisnitzer wollte es ganz genau wissen und hat in Summe drei Praxisgründungsseminare verschiedener Anbieter besucht. „Das Seminar in Kooperation von ÄRZTE WOCHE und Basler Ärztedienst hat mir aber am besten gefallen“, so die Zahnärztin. „Die anderen Veranstaltungen waren zu langatmig. Schließlich will man sich als Arzt ja nicht zum Wirtschaftsexperten ausbilden lassen, sondern einen groben Überblick über das Wesentliche bekommen.“
Mittlerweile hat sich Pleisnitzer als Zahnärztin auf Wahlarztbasis in Zell am See etabliert. Die Ordination läuft seit etwas mehr als zwei Jahren. Ihre Patientenschicht kommt jedoch nicht aus dem Tourismus, wie aufgrund des Standortes vielleicht zu erwarten wäre. Sie profitiert vielmehr von den in Salzburg permanent überbuchten Kassenärzten sowie von ihrem Ruf, der sich so langsam in der Gegend herumspricht.

Die Stärken der Wahlärztin

Pleisnitzer sieht sich als wichtige Ergänzung im Spektrum vor Ort. Sie behandelt gerne Kinder, das spricht sich dann auch im Elternkreis herum. Wobei in der Ordination kein Dumping, sondern eine gute, einzeln kalkulierte und der Qualität entsprechende Preisgestaltung angeboten wird.
Bei der Ordinationsgründung war neben den Finanz- und Versicherungsfachleuten vom Basler Ärztedienst auch der MEDTAX-Steuerberater Dr. Karl Braunschmid beteiligt. „Nur so war es mir möglich, ohne schlaflose Nächte 250.000 Euro in die Hand zu nehmen und quasi aus dem Nichts eine Zahnarztpraxis mit zwei Stühlen aufzubauen“, resümiert Pleisnitzer.
Laut Dagmar Triller vom Basler Ärztedienst war die Finanzierung kein Problem – trotz des geplanten Volumens: „Ein Zahnarzt kann nicht nur mit Liege und Stethoskop anfangen, selbst Mittelklassestühle kosten mehr als 40.000 Euro je Stück.“ So kommt gleich einmal ein erklecklicher Betrag zusammen, der für eine allein erziehende und vor allem allein verdienende Ärztin eher abschreckend wirkt. „Umso wichtiger wird ständige Betreuung in allen finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten“, betont Triller.
Pleisnitzer hat ausnahmslos alle Bankverhandlungen über Triller abgewickelt. Selbst die endgültige Unterschrift setzte sie nicht ohne nochmaliges Gegenchecken durch den Basler Ärztedienst: „Die Bank hat zwar behauptet, das Schriftstück entspreche den mündlich getroffenen Vereinbarungen, aber die gelebte Praxis im Finanzbereich macht nochmaliges Überprüfen notwendig. Fehler müssen ja nicht unbedingt vorsätzlich passieren.“
Während Triller die Bankverhandlungen führte, konnte sich Pleisnitzer voll auf den Ordinationsbau sowie den Umzug von Linz nach Zell am See konzentrieren. So wurde ihr einiges abgenommen, denn der Zeitfaktor ist gerade in dieser Phase einer Ordinationsgründung enorm wichtig.
Die Ordination in Zell am See hat sich mittlerweile sehr gut entwickelt. Wie jeder Selbständige, kämpft natürlich auch die Wahlärztin mit den verschiedenen Zyklen des Geldverdienens. Doch die mangelnde Kontinuität von Betriebsausgaben und -einnahmen sowie der Zahlungen an Finanzamt und Sozialversicherung trifft genauso Kassenärzte. Die angeblich schlechte Konjunktur spürt Pleisnitzer in Summe jedoch nicht: „Die Leute sind nach wie vor bereit, für gute Qualität Geld auszugeben – auch im medizinischen Bereich.“

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben