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Praxis 4. Oktober 2006

Mitarbeiter aus der Reserve locken

Die Mitarbeiter sind der wertvollste, kreativste und sensitivste Dienstleistungsfaktor im Unternehmen Arztpraxis. Personalmarketing kann die personale Wertschöpfung optimieren.

„Personalmarketing ist ein um-fassendes Denk- und Handlungskonzept, das auf die Bedürfnisse vorhandener und potenzieller Mitarbeiter ausgerichtet ist und bedürfnisgerechte Personalpolitik umschreibt“, definiert Viktoria Hausegger, Spezialistin für Ärztemarketing in Wien. Mitarbeiter sollten als wertvoller, kreativer und sensitiver Dienstleistungsfaktor gesehen werden.
„Sinn des Personalmarketings ist die Optimierung der personalen Wertschöpfung“, so Hausegger. Mittel zum Zweck seien attraktive und effiziente Gestaltung der Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Der Benefit davon liege in einer Bindung der Mitarbeiter an die Ordination, sie können „geistig“ zu „Mitunternehmern des Unternehmens Arztpraxis“ werden.
Führungskräfte haben die Aufgabe, „Mitarbeiter dazu zu bewegen, das zu tun, was man von ihnen will“, sagt Hausegger. Die einfache Anweisung reiche dafür schon lange nicht mehr aus. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Anreize und Ansprache seitens des Vorgesetzten. Ein „Chef“ wiederum muss erkennen, wie man seine Mitarbeiter motivieren kann.

Gespräch als zentrales Element

„Zentrales Element hierfür ist das persönliche Gespräch“, so Hausegger. „Man tauscht im Gespräch Informationen aus und lässt sich auch beraten. Man vermittelt Wissen, Erfahrungen und Know-how.“ Was aber macht ein „erfolgreiches Mitarbeitergespräch“ aus? „Um erfolgreiches Personalmar-keting umsetzen zu können, ist es auch für Ärzte notwendig, sich durch gezielte Weiterbildung das dafür notwendige Führungs-Know-how anzueignen“, empfiehlt die Marketingexpertin.
Eine gute Grundlage für erfolgreiche Kommunikation ist die „Chemie“ zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter. Deshalb beginnt Personalmarketing bereits mit dem Erkennen der für die Praxis „richtigen“ Dienstnehmer.
Mitarbeiter wiederum orientierten sich automatisch an der Führungskraft. Ein anhaltend gutes Arbeitsklima und gegenseitiges Vertrauen wirken sich positiv auf die Zufriedenheit aller Beteiligten und damit letztlich auf das Betriebsergebnis einer Arztpraxis aus. Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigert die Freude am Job und damit Engagement und „Produktivität“.
Internes Personalmarketing bezieht sich auf bereits vorhandenes Personal. „Schließlich will man die Stärken der Mitarbeiter zum beiderseitigen Vorteil nutzen und nach-teilige Schwächen beheben“, so Hausegger. „Speziell in einer Arztpraxis können Schulungen gezielt Motivation sowie eine Steigerung der Loyalität entfachen.“ Das gemeinsame Entwickeln einer Ordinationsphilosophie stärke das Verständnis für die Ziele der Ordination und motiviere darüber hinaus, diese gemeinsam zu erreichen. Verlangt es die Situation, ist gezieltes Coaching mit einem externen Profi das richtige Instrument zur individuellen Förderung, Integration und Potentialentwicklung.
Laufende Weiterentwicklung der Qualifikation zielt darauf ab, das „verborgene“ Potenzial eines Mitarbeiters anzuzapfen. Dadurch steigt dessen Wert für die Ordination und trägt zur persönlich notwendigen Anerkennung in Beruf und Privatleben bei. „Patienten fühlen sich in einer Arztpraxis gut aufgehoben“, so Hausegger, „wenn sie von einem motivierten Mitarbeiter aufmerksam begrüßt werden, freundliche Gesichter sehen, kompetent Auskünfte erhalten und spüren, dass alles reibungslos läuft.“
Schließlich hebt ein harmonisches Umfeld mit motivierten und verlässlichen Mitarbeitern auch die Lebensqualität des Arztes. „Daher sollte“, so Hausegger, „Personalmarketing als wichtiges Instrument des erfolgreichen Ordinationsmarketings nie vernachlässigt werden.“

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