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Praxis 12. September 2006

Kassen- und Wahlärzte in einem Haus

Ein Ärztezentrum in Steyr beherbergt eine breite medizinische und therapeutische Palette. Die kurzen Wege im Haus werden unter anderem für den kontinuierlichen fachlichen Austausch genutzt.

Im Jahr 2002 wurde in Steyr ein Gesundheitszentrum fertig gestellt, bei dem als Bauträger die Ärztekammer für Oberösterreich fungierte. „Die Initiative ging von einer Gruppe von Ärzten aus, die sich zuvor zusammengefunden und zum Großteil durch die gemeinsame Ausbildung bzw. Tätigkeit im Krankenhaus Steyr gekannt hatte“, berichtet Dr. Helmut Klein, Facharzt für Radiologie und Initiator des ambitionierten Vorhabens.

Breites Fächerspektrum

Aus seiner Sicht ist für ein solches Projekt „eine gesunde Mischung aus einem möglichst breiten fachlichen Angebot wichtig“. Diese Vielfalt sollte aber nicht nur für das medizinische Spektrum gelten. Im Gesundheitszentrum Steyr sind sowohl Kassen- als auch Wahlärzte tätig. Einige Ärzte arbeiten hauptberuflich im Spital, manche sind Untermieter bei Kollegen. Der Neubau besticht durch ansprechende Architektur, die viel mit Glas und daher Licht arbeitet. Um die Ordinationen optimal mit Tageslicht zu versorgen, gibt es im 1. Stock einen begrünten Innenhof, der im Sommer auch Warte- und Pausenzonen im Freien schafft. Ebenso bieten die Dachterrassen im 3. Stock grüne Freibereiche, die den Ordinationen vorgelagert sind. Auf insgesamt 3.200 Quadratmeter Nutzfläche finden sich in zentraler Lage mit optimaler öffentlicher Verkehrsanbindung bzw. einer großen Parkgarage die Ordination des Radiologen Klein, weiters ein Nuklearmediziner, zwei Pädiater, Fachärzte für Physikalische Medizin, für Innere Medizin, für Augenheilkunde sowie für Kieferchirurgie. Zwei Zahnärzte, eine Gynäkologin, ein Unfallchirurg, ein Dermatologe, ein Lungenfacharzt und ein Psychiater runden den „Fächerreigen“ ab.

Ökonomische Vorteile

Ergänzt wird das Ärzteteam durch zwei Logopäden und zwei Physiotherapeuten. „Diese breite Basis macht eine sehr gute technische Ausrüstung leistbar, die optimal ausgenutzt wird“, so Klein. Das gemeinsame EDV-System ermöglicht unter anderem den unmittelbaren Zugriff auf Röntgenbilder und andere Befunde. Neben einem Bandagisten beherbergt das Gesundheitszentrum weiters das „Gesundheits- und Sozialservice der Stadt Steyr“, eine zentrale Anlaufstelle für gesundheitliche und soziale Angelegenheiten. Daraus ergibt sich auch eine für Patienten wertvolle Ergänzung der medizinischen und therapeutischen Angebote. Zweimal im Jahr treffen sich alle Mieter. Dabei geht es nicht nur um Organisatorisches, sondern auch um Erfahrungsaustausch und die weitere Vernetzung. „Dazu kommen der vor allem auch anlassbezogene kontinuierliche fachliche Austausch und gegenseitige Konsultationen zwischen den Ärzten und Therapeuten, beschreibt Klein einen wesentlichen Vorteil des Zentrums. Durch den breiten Mix an Ärzten sind auch die Kontakte zu den umliegenden Spitälern sehr gut. Klein sieht es als Weg der Fachärzte der Zukunft, intensiver zu kooperieren. Projekte wie das Gesundheitszentrum Steyr sind keine Konkurrenz für Einzelordinationen, sondern ergänzen dieses Angebot“, sagt der Radiologe. „Gerade für alle Zuweiser – sowohl Allgemein- als auch Fachärzte - und vor allem für die Patienten bietet der breite Mix von Angeboten unter einem Dach viele Vorteile.“ Einer davon: die umfassende Abklärung in kürzerer Zeit.

Homepage: www.gz-steyr.at

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