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Praxis 1. Mai 2008

Medikamentenkosten im Bereich Onkologie im Gesundheitsökonomischen Kontext

Die Inzidenz von Krebserkrankungen ist europaweit seit Jahrzehnten im Ansteigen. Im Jahr 2003 erkrankten in Österreich 36.689 Menschen an bösartigen Neubildungen, das sind um 26,7 % mehr als 1986. Insgesamt erkrankt jeder Dritte im Laufe seines Lebens an Krebs [1]. Dennoch bleibt die Gesamtanzahl der Menschen, die an Krebs versterben, in etwa gleich. Dies kommt durch Fortschritt in Diagnose und Therapie zustande, wobei fast ein Drittel der Mortalitätssenkung im Zeitraum 1995–2003 auf den Einsatz von modernen Krebsmedikamenten zurückzuführen ist [1]. Zunehmend wird in diesem Zusammenhang vom Kostenfaktor der modernen Krebstherapie gesprochen. Ziel dieser Arbeit war es, die stationären Behandlungskosten und Arzneimittelausgaben im onkologischen Bereich in einem größeren Kontext zu analysieren. Die stationären onkologischen Kosten sollen in Relation zu den gesamten österreichischen Krankenhauskosten sowie den Gesundheitsausgaben dargestellt werden. Nur so kann festgestellt werden, ob der Anteil der Onkologie überhaupt so überproportional hoch ist. Aus dieser Analyse geht hervor, dass trotz steigender stationären Aufnahmen und der damit verbundenen Zunahme an Therapien keine Kostenexplosion stattfindet. Die Analyse der Kosten aufgrund von Neubildungen in Relation der Gesamtkosten hat gezeigt, dass diese auch unter Berücksichtigung der Patientenzahlen nicht überproportional hoch sind. Nur 12,21 % der onkologischen Behandlungskosten werden für onkologische Medikamente (ATC-Klassen L01 und L02) aufgewendet. Der Anteil der onkologischen Medikamente in Relation zu den gesamten Spitalsausgaben liegt in Höhe von 1,04 %. Die onkologischen Medikamentenkosten im Spitalsbereich haben einen Anteil von 0,46 % an den Gesundheitsausgaben und 3,66 % an den österreichischen Arzneimittelausgaben. Dies zeigt, dass die onkologischen Medikamente aufgrund des geringen Anteils an den Gesamtkosten keinen Kostentreiber darstellen.

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