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Praxis 29. August 2006

Richtige Erfassung von Rezeptgebühren bei Hausapothekern

Aufgrund einer aktuellen Information des Finanzministeriums sollten Haus-apotheker ihre Einnahmenerfassung überprüfen und bei Bedarf an die neuen Gegebenheiten anpassen.

Beim Hausapotheker sind alle Rezeptgebühren, die als Selbstbehalt vom Patienten für die Medikamente bezahlt werden, selbstverständlich als Betriebseinnahme zu deklarieren und entsprechend in den Büchern zu erfassen. „Das bedeutet, dass zwingend eine laufende Aufzeichnung aller derartigen Geldbeträge zum Zeitpunkt der tatsächlichen Bezahlung in der Buchhaltung erfolgen muss“, so Horst Jünger, Steuer-berater in Innsbruck. In der Praxis erwies sich das oft als eher schwierig, weshalb sehr gerne die ohnehin vorhandene Kassenabrechnung mit dem Sozialversicherungsträger zur Einbuchung verwendet wurde. Aufgrund von Abweichungen durch zwar erfasste, aber aus irgendwelchen Gründen nicht vereinnahmte Rezeptgebühren hatte die Finanz sogar pauschale Kürzungen der so indirekt ermittelten Betriebseinnahmen akzeptiert.
Damit ist laut Jünger jetzt Schluss: „Einer Information des Finanzministeriums vom Juni 2006 ist zu entnehmen, dass eine Abweichung von der Einzelaufzeichnung nicht zulässig ist. Die indirekt aus den Kassenabrechnungen ermittelten Rezeptgebühren entsprechen nicht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Kassenführung und werden somit nicht mehr akzeptiert, obwohl sie in jedem Fall genauer sind als eine Aufzeichnung von Hand.“ Jünger empfiehlt jedenfalls jedem Hausapotheker, seine Einnahmenerfassung zu überprüfen und bei Bedarf an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

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