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Praxis 18. Juli 2006

Neue Steuerbegünstigungen für Ärzte

In den letzten Jahren sind Einnahmen-Ausgaben-Rechner bei den steuerlichen Förderpaketen der Regierung immer durch den Rost gefallen. Ab dem nächsten Jahr können aber neue Steuervorteile genutzt werden.

„Für das Jahr 2007 hat sich die Regierung einige sehr interessante Steuervorteile für Klein- und Mittelbetriebe ausgedacht, die damit auch für Ärzte wirksam werden“, berichtet Mag. Manfred Kenda, Steuerberater in Klagenfurt. Ende Mai wurde das so genannte KMU-Förderungsgesetz 2006 im Parlament beschlossen, das unter anderem einen Freibetrag für investierte Gewinne (FBiG) vorsieht. Dieser Freibetrag ist wohl der Kernpunkt des Paketes. „Das Schöne daran ist, dass er auch Ärzten zugute kommt, wenn sie ihren Gewinn mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln“, so Kenda. Durch die neue Begünstigung können bis zu zehn Prozent des Gewinnes, maximal jedoch 100.000 Euro pro Jahr einkommensteuerfrei gestellt werden. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass man als selbständiger Arzt im betreffenden Jahr investiert. Dazu ein Beispiel: Wer einen steuerlichen Gewinn in Höhe von 100.000 Euro erwirtschaftet, kann bis zum Betrag von 10.000 Euro die Begünstigung in Anspruch nehmen.

Beispiel für Freibetrag

Das bedeutet beispielsweise bei einer Investition in der Höhe von 8.000 Euro, dass diese Summe steuerfrei gestellt wird. Somit wären nur noch 92.000 Euro zu versteuern. Die effektive Steuer-ersparnis aus dieser Begünstigung beträgt bei diesem Beispiel 4.000 Euro (8.000 Euro mal Spitzensteuersatz 50 Prozent). Beträgt die Investition jedoch 12.000 Euro, ist der Freibetrag in diesem Beispiel mit 10.000 Euro limitiert. Als begünstigte Investitionen kommen abnutzbare körperliche Anlagen mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren in Frage. Dazu zählen Einrichtungen und medizinische Geräte. Ausgeschlossen sind Investitionen in Gebäude, der Kauf von Kfz, Kombis oder gebrauchten Anlagen. „Großzügigerweise nennt das Gesetz auch den Erwerb von Wertpapieren (Anleihen und Anleihenfonds) als begünstigte Investition, wenn sie mindestens vier Jahre gehalten werden“, ergänzt Kenda. „Allerdings geht es hier nur um Wertpapiere gemäß §14, die auch für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder vorgesehen sind.“ Wer also keine Investitionen getätigt hat, kann ab dem Jahr 2007 noch immer am Ende des Jahres Wertpapiere kaufen. Nach Ablauf von vier Jahren können die Wertpapiere wieder veräußert werden. Mit diesem Freibetrag wurde ein großzügiger Schritt zur Förderung von Klein- und Mittelbetrieben unternommen. Voraussetzung für die Anerkennung ist jedoch ein entsprechender Gewinn. Investitionen sollten daher überdacht und wenn möglich auf 2007 verschoben werden. Das KMU-Förderungspaket enthält noch weitere steuerliche Förderungsmaßnahmen. So wird die Kleinunternehmergrenze bei der Umsatzsteuer ab 2007 von bisher netto 22.000 Euro auf netto 30.000 Euro angehoben. Auch bei Verlustvorträgen gibt es Änderungen. Bisher durften die Anlaufverluste der ersten drei Jahre unbeschränkt gegen Gewinne der Folgejahre gegen gerechnet werden. Ab 2007 gilt dies für die Verluste der letzten drei Jahre. Diese Regelung hat jedoch aus Sicht von Kenda einen ziemlichen Schönheitsfehler: „Wer noch nicht verbrauchte Anlaufverluste aus den Jahren 2003 und früher hat, sollte diese nach Möglichkeit noch im Jahr 2006 verwerten, sonst sind sie für immer verloren. Im Jahr 2007 sind nur mehr die Verluste der letzten drei Jahre, also 2004 bis 2006, absetzbar.“

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