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Praxis 27. Juni 2006

Auch höhere Zinsen können attraktiv sein

Die derzeitige Entwicklung der Zinsen sorgt sowohl bei Krediten als auch bei Kapitalanlagen für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für endfällige Kredite.

„Die Wahl der optimalen Kreditform ist schwierig und lässt sich nicht pauschal beschreiben“, weiß Dagmar Triller, Financial Manager des Basler Ärztedienstes. Zu unterschiedlich sind einerseits die persönlichen Voraussetzungen, andererseits aber auch die Rahmenbedingungen, die sich ständig ändern.

Lange Tilgungszeit kommt Kapitalanstieg zugute

Dass die derzeitige Entwicklung der Zinsen die Rahmenbedingungen für Kredite und Kapitalanlagen begünstigt, hat seine Gründe. Der Ratenkredit wird zumeist mit Monatsraten bedient, wobei diese Raten je einen Zins- und einen Kapitalanteil beinhalten. Je länger der Tilgungszeitraum, desto geringer der Zinsanteil bei gleichzeitigem Anstieg des Kapitalanteils – natürlich bei immer gleicher Rate. „Bei einer endfälligen Variante wird während der gesamten Laufzeit nur der Zinsanteil bezahlt. Das aufgenommene Kreditvolumen bleibt immer in gleicher Höhe offen und wird am Ende der Laufzeit in einem Betrag zurückgezahlt“, so Triller. Diese Variante erfordert nun natürlich, dass man neben den monatlichen Zinsen eine laufende Einzahlung in eine Sparform (so genannter Tilgungsträger) tätigt, um am Ende der Laufzeit das erforderliche Kapital auch tatsächlich zur Verfügung zu haben. Steigende Zinsen sowohl im Kredit- als auch im Veranlagungsbereich sprechen nun für den endfälligen Betriebskredit. Sollzinsen sind bei betrieblicher Nutzung steuerlich abzugsfähig, die Habenzinsen im Veranlagungsbereich bei richtiger Wahl bereits endbesteuert. So entsteht laut Triller bei steigendem Zinsniveau eine Schere zugunsten des endfälligen betrieblichen Kredits. Durch die jüngste Entwicklung rechnen sich solche Modelle nun wieder ohne Beimischung von Fremdwährungen beim Kredit. Triller: „Bis vor kurzem war die Zinsdifferenz zwischen Soll und Haben so klein, dass auch die Steuervorteile zu keinem Gesamtvorteil für die Endfälligkeit beitragen konnten.“

Risiko bei Fremdwährungen

Heutzutage spielt sich ein Fremdwährungsengagement ohnehin meist in Schweizer Franken ab, der Yen ist etwas aus der Mode gekommen. Diese Währungen weisen im Vergleich zum Euro ein wesentlich geringeres Zinsniveau auf, allerdings nicht ohne Risiko. Bei Aufnahme eines Kredites wird der Betrag in die jeweilige Währung konvertiert, was bedeutet, dass das Kreditkonto einen Betrag in Fremdwährung ausweist. Diesem Betrag liegt jeweils der Tageskurs zugrunde. Steigt jetzt plötzlich der Kurs der gewählten Fremdwährung in Relation zum Euro um zehn Prozent, dann gehen auch die Verbindlichkeiten um zehn Prozent in die Höhe. Der Tilgungsträger sollte sorgfältig ausgewählt werden, Banken akzeptieren sehr gerne Varianten ohne Zinssatzschwankungen und mit hoher Sicherheit. Bei Lebensversicherungen können garantierte Auszahlungsbeträge zu 100 Prozent kalkuliert werden. Aktien oder Fonds sind für diese Modelle nicht gern gesehen, da sie kurzfristig zu starke Schwankungen aufweisen. Triller empfiehlt aber trotzdem, immer eine Sicherheitsspanne von mindestens zehn Prozent einzukalkulieren. Selbstverständlich besteht auch immer die Möglichkeit, vorhandene Sparformen einzubinden.

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