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Praxis 22. März 2006

Ganzheitsmedizin als erfolgreiche Kooperationsidee

Regelmäßige Teambesprechungen und eine große Vielfalt an Zusatzausbildungen und therapeutischen Methoden tragen zum Erfolg eines ganzheitsmedizinischen Zentrums in St. Veit an der Glan bei.

Vor etwas mehr als zehn Jahren war der Allgemeinmediziner und Psychotherapeut Dr. Eberhard Suntinger auf der Suche nach Modellen der Kooperation von Wahlärzten: „In Österreich gab es so etwas damals nur vereinzelt, deshalb habe ich einige Modellpraxen in Deutschland besucht.“ Danach begann er mit dem Aufbau eines ganzheitsmedizinischen Zentrums in St. Veit an der Glan in Kärnten.

Warum Ganzheitsmedizin?

Den Weg zur Ganzheitsmedizin fand Suntinger auch durch Erfahrungen im persönlichen Umfeld: „Auf viele Fragen gab es in der reinen Schulmedizin nur unbefriedigende oder keine Antworten. Es ist aber wichtig, solche Fragen aus verschiedenen Perspektiven betrachten zu können.“ Dass manchmal – auch von Kollegen – eine gewisse Skepsis zu spüren ist, bedauert der Allgemeinmediziner. Durch die Positionierung als „Zentrum für Ganzheitsmedizin“ steht sein Angebot besonders in der Auslage. „Es wäre gar nicht möglich, irgendwelche obskuren Dinge zu tun, die nicht auch Wirkung zeigen“, meint Suntinger. Zur Bekanntheit des Teams haben jedenfalls auch viele Vorträge in der Region sowie die zunehmende Mundpropaganda beigetragen.

Die Stärken des „Kolibri“

Neun Jahre arbeitete das Team mit medizinischen und therapeutischen Berufen unter dem Namen „Ärztezentrum Kölnhof“, vor einem Jahr wurde daraus „Kolibri“. „Diese Bezeichnung steht auch für die bunte Vielfalt unseres Angebots“, begründet der Ganzheitsmediziner. Das 600 Quadratmeter große Haus befindet sich nun im Zentrum von St. Veit und wird dadurch von deutlich mehr Menschen wahrgenommen. „Der Kolibri ist auch eine bedeutende Figur in der Mythologie der Ureinwohner Brasiliens und hat eine wich-tige Aufgabe als Begleiter“, erklärt Suntinger. „Auch wir sehen uns als Begleiter beziehungsweise Dolmetscher der Botschaften, die der Körper an die Menschen sendet.“

Ein vielseitiges Team

Zu „Kolibri“ gehören zwei All-gemeinmediziner mit Zusatzausbildungen wie Akupunktur, Neuraltherapie, F.X. Mayr-Therapie und Applied Kinesiology. Dazu kommen unter anderen eine Gynäkologin und eine Ärztin für Pädiatrie, zwei Osteopathen, eine Psychotherapeutin, eine Kunsttherapeutin und eine Shiatsu-Schule. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat zur gemeinsamen Fortbildung, zwischendurch finden immer wieder Fallbesprechungen statt. Ein wichtiges Grundprinzip von „Kolibri“ ist laut Suntinger ein etwa einstündiges Aufnahmegespräch, wo unter anderem geklärt wird, welche der diversen Angebote vorübergehend im Vordergrund stehen sollten. Zwei Arzthelferinnen machen es möglich, eine Öffnungszeit von 8 bis 18 Uhr anzubieten. Den großen Vorteil des Modells von „Kolibri“ sieht Suntinger darin, „Patienten und ihre Probleme aus einer ganzheitlichen Sicht und aus verschiedenen Perspektiven betrachten zu können“. Zum Konzept des Zentrums gehört auch ein großzügiger Gemeinschaftsraum, in dem Vorträge angeboten werden. Im Haus ist außerdem ein Naturkostladen untergebracht. Rechtlich gesehen gehört das Kolibri-Haus Suntinger. Er vermietet die Räume und trifft Vereinbarungen bezüglich Umsatzbeteiligung. Überlegt wird derzeit der Aufbau einer Ärzte-GesmbH. Kolleginnen und Kollegen mit ähnlichen Plänen empfiehlt der Zentrumsleiter, sich von Anfang an professionelle Beratung und Unterstützung von außen zu holen.

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