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Praxis 8. März 2006

Zeitökonomie im Praxisalltag umsetzen

Die Zeit des Arztes ist die teuerste in einer Praxis. „Sie sollte nicht verschwendet werden – schon gar nicht mit vermeidbaren Wegezeiten“, rät Viktoria Hausegger, Spezialistin für Ärztemarketing in Wien.

Am Wochenende einige Kilometer im Wald zu laufen, ist sicher sinnvoller, als im Praxisalltag unnötige Wege zu machen. „Jeder Meter, den ein Arzt pro Patient einsparen kann, summiert sich im Laufe einer Woche zu einer erklecklichen Strecke“, gibt Hausegger zu bedenken. Deshalb sollte, wenn möglich, beispielsweise vermieden werden, zwischen den Behandlungen zur Anmeldung zu kommen. Botengänge könnten Helferinnen effizienter erledigen, die Zeit des Arztes sei nutzbringender einzusetzen. Die „Herr-Doktor-nur-mal-ganz-kurz-Kontakte“ mit Patienten sind höchst unbefriedigend. Sie bringen den Arzt aus seinem Rhythmus, er kann dem Patienten womöglich auf die Schnelle doch nicht helfen, und die Wartezeiten für andere werden unnötig ver-längert. „Dieses Problem kennt fast jeder Arzt“, meint Hausegger. Was vielen Ärzten nicht so sehr ins Bewusstsein dringt, eventuell aber noch viel problematischer sein kann, ist die Tatsache, dass „Arztbesuche“ an der Anmeldung oft außerordentlich störend sind. „Zum einen lenken die dort tätigen Helferinnen ihre Aufmerksamkeit häufig sofort in Richtung Arzt und vernachlässigen dadurch aktuelle Gesprächspartner“, analysiert Hausegger. Auch die Konzentra-tion auf eventuell wichtige Arbeiten könne dadurch nachlassen. Weiters fühlten sich Helferinnen nicht selten permanent kontrolliert, wenn Chefin oder Chef immer wieder an der Rezeption auftauchen. Nichts gegen eine maßvolle Kontrolle – wenn allerdings das Selbstwertgefühl der Hel­ferinnen durch anscheinendes Misstrauen herabgesetzt wird, fördert das nicht unbedingt die Motiva-tion und schwächt so die Arbeitsleistung oft ganz entscheidend. Arbeiten, die der Arzt zwischendurch erledigen muss, sollten möglichst im Sprechzimmer oder ineiner Kommunikationszone im Ordinationsbereich erfolgen. Eine Helferin kann Formulare, Informationen und gegebenenfalls benötigte Karteikarten dorthin bringen. Störungen im Sprechzimmer lassen sich dadurch vermeiden, dass die Unterlagen beispielsweise in Hal-terungen vor dem Sprechzimmer deponiert werden.

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