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Praxis 21. Februar 2006

Kaum Steuerbonus für Lesestoff

Tageszeitungen, Zeitschriften und Bücher machen Patienten das Warten kurzweiliger. Eine ausschließlich betriebliche Nutzung nimmt die Finanz von vornherein aber nicht an.

Auch Zeitungen und Zeitschriften prägen das Gesamtbild einer Ordination. Je aktueller und interessanter, desto attraktiver wird den Patienten Ihre Praxis erscheinen.

Auswahl für den Patienten

Nicht dass diese Marketingmaßnahme überbewertet werden darf, aber: Alte und zerrissene Zeitschriften geben kein gutes Bild ab. Ebenso sollte die Wartezimmerlektüre nicht unbedingt das persönliche Hobby des Arztes oder der Ärztin widerspiegeln. Ausschließlich Yacht- oder Golfzeitschriften geben im Regelfall kein gutes Bild ab. „Nicht alle Zeitungen und Zeitschriften, die in einer Ordination aufliegen, können steuerlich abgesetzt werden“, betont Mag. Manfred Kenda, Steuerberater in Klagenfurt. Kosten für den Lesezirkel wurden bisher als Betriebs­ausgabe anerkannt. Wie sieht es aber beispielsweise mit Tageszeitungen aus? „Dazu legen die Ein­kommensteuer-Richtlinien fest“, so Kenda, „dass diese grundsätz­lich nicht abzugsfähig sind.“ Der Ordinationsinhaber muss dem Prüfer also erklären, warum diese Zeitungen eine Betriebsausgabe sein sollen. Kenda weiß ein Argument dafür: „Wenn man zuhause eine weitere Tageszeitung abonniert hat, wird das Finanz-amt im Regelfall auch eine Ta-geszeitung als Betriebsausgabe anerkennen.“

Magazine sind Privatsache

Monatszeitschriften sind laut Lohnsteuer-Richtlinien dem privaten Bereich zuzuordnen. Erwähnt werden beispielsweise Trend oder Gewinn, was demnach wohl auch für Zeitschriften wie Geo Geltung haben wird. „Die Kosten für diese Zeitschriften sind also privat zu tragen“, betont Kenda. Gesundheitszeitschriften im Wartezimmer können selbstverständlich als Betriebsausgabe abgesetzt werden. „Hingegen werden Bücher einer Bibliothek steuerlich nicht anerkannt, da eine aus-schließlich betriebliche Nutzung nicht nachweisbar ist“, so Kenda.

Notfalls Selbstanzeige

Jeder Arzt kann aber darauf hoffen, dass das Konto „Wartezimmerliteratur“ bzw. „Fachliteratur“ nicht zum Prüfungsschwerpunkt bei einer Betriebsprüfung gehört und damit von der Finanz unangetastet bleibt oder dass ein einsichtiger Betriebsprüfer seines Amtes waltet. Kenda: „Sollte man im Rahmen einer Betriebsprüfung selbst einsehen, dass zu viel Li-teratur in der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung vorhanden ist, bleibt noch immer der Weg der Selbstanzeige.“

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