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Praxis 24. Jänner 2006

Betriebsprüfung im Zeitalter der EDV

Die Methoden der Betriebsprüfer haben sich nicht geändert, sehr wohl aber die technischen Möglichkeiten der Prüfung.

Das Zeitalter der EDV hat auch vor Betriebsprüfungen nicht Halt gemacht. „Seit einiger Zeit ist die Finanzverwaltung berechtigt, die steuerlich relevanten Unterlagen elektronisch anzufordern und mit einer speziellen Software zu prüfen“, so Dr. Michael Klinger, Ärzte-Steuerberater in Salzburg. Betroffen seien alle für die Abgabenerhebung bedeutenden und elektronisch erfassten Aufzeichnungen. Welche Software dabei verwendet wird, ist laut Klinger unwesentlich. Im Normalfall werden die Unterlagen durch den Steuerberater übermittelt, der Prüfer erhält lediglich eine Druckdatei. Diese Druckdatei sollte jedes EDV-System zur Verfügung stellen. „Der Betriebsprüfer kann die Daten dieser Druckdatei mit seiner Prüfsoftware lesen und auswerten, ohne dabei die Grunddaten zu verändern“, so Klinger. Das Ganze gilt ab 2001, die Daten können auch bei anderen Prü-fungen von den Prüfungsorganen verlangt werden.

Betrugsfälle sind mit EDV leichter aufzuspüren

Der Finanz bringt diese EDV-Nutzung nicht nur eine Verwaltungsvereinfachung, sondern auch die Möglichkeit, Steuerbetrugsfälle leichter aufspüren zu können. Der Einsatz der Software ermöglicht dem Prüfer einen raschen Überblick über die Buchhaltung. „Statistische Auswertungen können auch bei großen Datenmengen mit geringem Zeitaufwand erstellt werden“, so Klinger. Beispiele sind das Aufdecken von doppelt verbuchten Beträgen oder das gezielte Suchen nach bestimmten Beträgen. Grundsätzlich ändert sich sonst nichts an den Prüfungsmethoden.

Datenschutz beachten

Der Schutz persönlicher Daten muss weiterhin gewährleistet sein. Elektronische Aktenteile unterliegen genauso der abgabenrechtlichen Pflicht zur Geheimhaltung. Allerdings sind gesetzlich auferlegte Geheimhaltungspflichten vom Abgabenpflichtigen selbst einzuhalten. Klinger: „Die Namen der Patienten eines Arztes sollten daher nach wie vor nicht offen gelegt werden.“

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