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Praxis 24. Jänner 2006

Arzthelferin per Inserat suchen

Die Suche nach einer neuen Ordinationshelferin kostet Zeit und Geld. Inhalt und Form einer Stellenanzeige tragen dazu bei, möglichst effektiv die Beste zu finden. Außerdem ist die Anzeige auch immer eine Art erlaubte Werbung.

„Auch wenn das Personal in Arztpraxen den größten Kostenfaktor darstellt, sollte mit Sparmaßnahmen in diesem Bereich äußerst vorsichtig umgegangen werden“, empfiehlt Viktoria Hausegger, Marketingspezialistin für Ärzte in Wien. „Mitarbeiter sind gleichzeitig einer der größten Aktivposten einer Praxis.“ Wer sich klar macht, um welche Investitionssumme es bei der Einstellung von Personal geht, erkennt den Wert einer überlegten Suche nach neuen Mitarbeitern. „Fehlentscheidungen in diesem Bereich kosten oft noch wesentlich mehr“, so Hausegger, „weil Abfindungen, zusätzlich benötigtes Aushilfspersonal bei vermehrten Ausfällen, Einarbeitungszeiten, neue Inserate, Einstellungsgespräche, unzufriedene Patienten, ein gestörtes Betriebsklima, eine chaotische Organisation und andere Kostentreiber hinzukommen.“ Dennoch wird für die Auswahl einer neuen Helferin fast nie die gleiche Energie aufgewendet wie für andere Investitionsentscheidungen in weitaus geringerer Größenordnung. „Zeitungsinserate kosten Geld, die Zeit für Bewerbungsgespräche noch mehr und eine Fehlbesetzung erst recht“, gibt Hausegger zu bedenken. „Dabei kann man allein mit dem Anzeigentext eine Zeit und Kosten sparende Vorselektion treffen.“

Bewertung von Anzeigen durch Arbeitsuchende

Umfragen bei Arbeit suchenden Arzthelferinnen, denen verschiedene Originalanzeigen vorgelegt wurden, brachten eine interessante Erkenntnis. Der ausführlichste Text mit den freundlichsten Formulierungen, in dem von Team und Integration, aber auch von höchsten Anforderungen an die gesuchte Helferin und überdurchschnittlicher Einsatzbereitschaft die Rede war, bekam den stärksten Zuspruch von engagierten Top-Helferinnen. Die knappe Aussage: „Arzthelferin für gynäkologische Praxis gesucht“ bekam so gut wie nie eine Stimme von den Spitzenkräften, berichtet Hausegger. Für diesen Text entschieden sich in der Regel nur jene Helferinnen, die von sich selbst nicht überzeugt waren. „Leider meist zu Recht“, kommentiert die Marketingspezialistin. Deshalb sollte eine Stellenanzeige bewusst als intelligente, kreative Werbung für die Praxis gestaltet werden, um möglichst viele gute Kräfte aufmerksam zu machen. Neben einer „auffälligen Headline“ sollte sich die gewählte Form vom Üblichen abheben und die potenzielle neue Mitarbeiterin auch emotional direkt ansprechen. Hausegger empfiehlt, die Praxis mit positiven Worten zu beschreiben: „Hinweise auf ein gutes Betriebsklima, feste Arbeitszeiten, gesicherten Arbeitsplatz, betriebliche Altersvorsorge, Fahrtkostenerstattung, Prämiensystem oder flexible Arbeitszeitgestaltung machen die Praxis interessant.“

Erforderliche Kriterien möglichst genau anführen

Spezifizierte Aussagen bezüglich der ausgeschriebenen Stelle statt vage gehaltener Offerte sprechen die Kompetenteren innerhalb der Zielgruppe an. Ein Beispiel dafür: Statt „Arzthelferin gesucht“ sollte „Ordinationsassistentin in unserer HNO-Praxis gesucht“ formuliert werden. Außerdem sind genaue Hinweise auf die erforderlichen Kriterien förderlich, z.B. „mehr-jährige Berufserfahrung, Türkischkenntnisse, Organisationstalent, Eigeninitiative oder persönliche Flexibilität“. Achten sollte der Inserent auch auf die Platzierung. „Wer sein Stellenangebot unter jenen Kleinanzeigen platziert, mit denen ty-pischerweise Aushilfskräfte und Putzhilfen gesucht werden, wird wahrscheinlich nicht die beste Assistentin erreichen. Man sollte auch daran denken“, so Hausegger, „dass die Anzeige gleichzeitig eine wichtige und erlaubte Werbung für die Praxis ist, denn sie wird nicht nur von Arbeitsuchenden gelesen, sondern auch von potenziellen Patienten.“

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