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Praxis 1. Juni 2007

Volkswirtschaftliche Aspekte von Allergien. Ausgangslage und Ausblick für Österreich

Parallel zur steigenden epidemiologischen Entwicklung von Allergien steigen auch die Kosten, die diese Krankheiten verursachen. Gesundheitsökonomische Analysen versuchen, im Spannungsfeld von Medizin und Ökonomie Entscheidungshilfen über eine effektive und effiziente Mittelverwendung zu bieten. Zieht man eine Analogie im Rahmen der "Global Initiative for Asthma (GINA)-Studie" (2004), so käme man für das österreichische Gesundheitssystem im Jahr 2004 auf € 227,7–455,4 Millionen für Asthma. Direkte Kosten für Allergien allgemein stehen für Österreich teilweise durch Recherchen bei Sozialversicherungsträgern zur Verfügung. Zwischen 1998 und 2005 stieg die Anzahl an verordneten Rhinologika und Antiobstructiva um 15 % bzw. 50 %, während hingegen die Kosten für diese Medikamente um 96 % bzw. 70 % stiegen. Die Ausgaben für Antiasthmatika haben in den Jahren 2002 bis 2004 um 31 % zugenommen, die Ausgaben für topische und systemische Antiallergika blieben hingegen konstant. Zu den Kosten aufgrund von Allergien, die der Sozialversicherer trägt, kommen auch die Kosten, die die Betroffenen selbst zu bezahlen haben. So wenden beispielsweise Personen mit Allergien auch häufiger alternativ- und komplementärmedizinische Methoden (vor allem homöopathische Mittel, Massagen und Heilsalben) an, als Personen ohne Allergien. Indirekte Kosten aufgrund von Allergien kommen in Krankenständen und durch Produktivitätsverluste zum Ausdruck. Eine kontinuierliche systematische Auswertung der in Österreich vorhandenen Daten für Allergien könnte dazu beitragen, die Mittelverwendung effektiver zu gestalten.

Viktoria Stein, Thomas Dorner, Kitty Lawrence, Michael Kunze, Anita Rieder, Wiener Medizinische Wochenschrift

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