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Praxis 5. Dezember 2005

„Günstige“ Geschenke freuen die Mitarbeiter

Weihnachten rückt immer näher und damit auch die Zeit des Feierns und des Schenkens. Werden Ordinationsmitarbeiter, die sich das ganze Jahr im Sinne aller Beteiligten um die Patienten gekümmert haben, belohnt, drücken Finanz und Sozialversicherung ein Auge zu.

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage, was ein Dienstgeber seinen Mitarbeitern zukommen lassen kann, ohne dass der Staat mitnascht. „Die bestehenden Regelungen gelten natürlich nicht nur für Geschenke, sondern für alle Zuwendungen, aus denen der Angestellte einen geldwerten Vorteil zieht“, so Horst Jünger, Ärztesteuerberater in Innsbruck. Das betrifft alle Arten von Feiern, wie Weihnachts- oder sonstige Betriebsfeiern und Betriebsausflüge. Normalerweise sind all diese Zuwendungen für den „Beschenkten“ steuer- und sozialversicherungspflichtig, allerdings bestehen Freigrenzen.
Insgesamt dürfen pro Dienstnehmer und pro Kalenderjahr maximal 365 Euro aufgewendet werden ohne Nachteile für den Angestellten. „Man sollte sich allerdings steuerlich wasserdichte Belege ausstellen lassen“, so Jünger. „Am besten man vermerkt gleich, welche Mitarbeiter mitgefeiert haben.“ Die Ausgaben werden dann als Steuerabschreibposten anerkannt, ohne dass bei den Mitarbeitern Lohnsteuer oder Sozialversicherung anfallen, wie dies beispielsweise bei Prämien der Fall ist. Die Betragsgrenze von 365 Euro zählt übrigens für jeden Mitarbeiter gleich, egal ob voll- oder teilzeitbeschäftigt. Nun zu den Geschenken: Pro Dienstnehmer und pro Kalenderjahr sind Geschenke im Wert von maximal 186 Euro begünstigt. „Als Geschenke gelten Warengutscheine, Geschenkmünzen oder Sachgeschenke“, zählt Jünger auf, „Bargeld sollte unter allen Umständen vermieden werden.“ Dieses müsste umgehend über die Lohnverrechnung versteuert und sozialversichert werden, womit unterm Strich die Freude der Beschenkten stark reduziert würde. Werden die jährlichen Grenzen je Dienstnehmer überschritten, dann muss der Überschreitungsbetrag im Zuge der Lohnverrechnung versteuert und sozialversichert werden. Jünger: „Man darf also mehr schenken, was aber letztlich die gleichen Konsequenzen wie eine Gehaltserhöhung hat.“

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