zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 24. November 2005

Wann sind (Verkehrs-) Strafen Abschreibposten?

Der Blick auf die Windschutzscheibe des parkenden Autos lässt den Puls manchmal höher schlagen: ein „Ticket“ steckt unter dem Scheibenwischer. Entweder wurden Parkvorschriften verletzt, was mit dem „Arzt im Dienst“-Schild eigentlich nicht vorkommen sollte, oder wegen eines eiligen Besuches die Geschwindigkeit übertreten.

Einkunftsquelle maßgeblich

Eine Strafe kann zu einer Betriebsausgabe oder zu Werbungskosten werden, wenn sie im Zusammenhang mit einer Einkunftsquelle, also der Ordination, anfällt und vom Nachweis eines bestimmten Verschuldens des Bestraften nicht abhängig ist. Nur wenn ein geringes Verschulden vorliegt, kann eine Strafe sowohl im betrieblichen Bereich (als Betriebsausgabe) als auch im Bereich der nichtselbständigen Einkünfte (als Werbungskosten) zum steuerwirksamen Ausgabenposten werden. Das Delikt muss jedenfalls eher zufällig „passiert“ sein, für notorische Gesetzesübertreter gibt es keine fiskalische Nachsicht. Die betriebliche Verwaltungsübertretung darf auch nur eine Ausnahmeerscheinung sein. Wiederholt auftretende Verstöße sollten nicht auch noch steuerlich belohnt werden. Ob Geldstrafen zu Steuerabsetzposten werden können, ist dennoch als Grenzfrage anzusehen, wie folgendes Beispiel deutlich macht: Ein Arzt, der mit 140 Stundenkilometer auf einer Bundesstraße nachweislich zu einem Herzpatienten fuhr, konnte die saftige Strafvorschreibung nicht als beruflich veranlasst absetzen.

www.medtax.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben