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Praxis 24. November 2005

Was die Finanz beim Auto akzeptiert

Sowohl Preis als auch Erwerbsart beeinflussen den Spielraum bei der Geltendmachung von Kosten für den fahrbaren Untersatz. Bei Ärzten mit Hausapotheke sticht als Vorteil vor allem der mögliche Vorsteuerabzug ins Auge.

„Gerade für Hausapotheker bieten sich – im Gegensatz zu den meisten anderen Ärzten – gute Gelegenheiten, im Zusammenhang mit dem Auto Steuern zu sparen“, weiß Mag. Hans-Georg Goertz, Steuerberater der Kanzlei Dr. Scholler & Partner in Wien. Neben dem Abzug der Vorsteuer sind für die Finanz aber auch andere Eckdaten relevant. So darf ein Auto maximal 40.000 Euro kosten. Der über diese Grenze hinausgehende Kaufpreis ist als Luxustangente steuerlich nicht verwertbar.
Deshalb liegt oft der Gedanke nahe, sich einen teuren Wagen nicht neu, sondern gebraucht zu kaufen. „Leider gibt es von Seiten der Gesetzgebung auch für diesen Fall eine weitere Einschränkung“, betont Goertz. „Auch wenn der tatsächliche Kaufpreis unter 40.000 Euro liegt, ist für die Berechnung der Luxustangente dennoch auf den Neupreis des Wagens abzustellen.“

Auswirkungen der Erwerbsart

Nach der Frage des Wertes und der damit verbundenen steuerlichen Verwertbarkeit fällt die Erwerbsart ins Gewicht. „Hierbei ist zu beachten, dass der Kaufpreis eines neuen Autos leider immer noch auf acht Jahre zu verteilen ist“, betont Goertz. Bei Gebrauchtwagen ist auf die Erstzulassung abzustellen und die Zeit zwischen Erstzulassung und Kaufzeitpunkt von den acht Jahren abzuziehen. Ein drei Jahre alter Wagen wäre demnach noch auf fünf Jahre abzuschreiben. Auch Leasing ist laut Goertz kein Ausweg, da für die steuerliche Verteilung genauso acht Jahre gelten. Einzig beim Operating Leasing, das eigentlich einer Miete entspricht, kommt - bei entsprechender Gestaltung - eine volle Absetzbarkeit der Leasingraten in Frage. Eines der wesentlichen Grundelemente eines Operating-Leasing-Vertrages ist jedoch das Fehlen eines Restwertes nach Ablauf der Leasingdauer.

Verkürzte Abschreibedauer

Entscheidet sich der Arzt für ein vorsteuerabzugsberechtigtes Kraftfahrzeug, steht ihm unabhängig von der tatsächlichen Vorsteuerabzugsmöglichkeit eine verkürzte Abschreibedauer zu. „Denn die obligate Abschreibungsdauer von acht Jahren wird bei diesen Kraftfahrzeugen grundsätzlich vom Gesetzgeber nicht verlangt, sondern nur eine Frist in Höhe der gewöhnlichen Nutzungsdauer, die durchaus nur fünf Jahre ausmachen kann“, so Goertz. Selbstverständlich gibt es für Hausapotheker in diesem Fall noch den wesentlichen Punkt des Vorsteuerabzuges. Beim „Mischbetrieb“ Hausapotheke sind im Schnitt etwa die Hälfte der Vorsteuerbeträge gegenrechenbar. „Das bedeutet“, so Goertz, „dass man sich bei einem vorsteuerabzugsberechtigten Kraftfahrzeug nicht nur etwa die Hälfte der Vorsteuer vom Kaufpreis abziehen kann, sondern auch von den Tankrechnungen, dem Service und allen Ausgaben, die Vorsteuern enthalten.“
Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Schließlich spielt immer auch der Aspekt der privaten Nutzung eine Rolle. „Denn ein entsprechender Anteil für die private Nutzung ist von der steuerlichen Abschreibung, aber auch von allen anderen Kosten des Wagens in Abzug zu bringen“, erklärt der Steuerberater. Soll überhaupt kein Privatanteil berücksichtigt werden, müsste zumindest ein zweiter Wagen für Privatfahrten vorhanden sein. Dann dürften mit dem betrieblich genutzten Wagen allerdings keine privaten Fahrten durchgeführt werden.

Zwei Autos im Betrieb

Wer unter Umständen zwei Autos steuerlich geltend machen möchte, könnte entweder das Fahren auf Wechselkennzeichen oder einen Wagen als Sachbezug einer Ordinationshilfe als hilfreiche Argumente gegenüber der Finanz anführen. Ein Arzt kann nämlich seinen Mitarbeitern in der Ordination einen „Firmenwagen“ zur Verfügung stellen. Einerseits kann der Dienstgeber dann die gesamten Kosten des Wagens als Betriebsausgaben geltend machen, andererseits muss er allfällige Privatfahrten mit diesem Wagen als Sachbezug der Steuer und der Sozialversicherung unterwerfen. „Zu den privaten Fahrten zählen in diesem Fall auch die Fahrten von der Wohnung in die Ordination“, betont Goertz. Wie hoch der Sachbezug ist, hängt von den privat gefahrenen Kilometern ab. Bei über 500 Kilometern sind monatlich 1,5 Prozent der Bruttoanschaffungskosten des Wagens als Sachbezug anzusetzen. „Auf jeden Fall sollte man“, rät Goertz, „vor dem Kauf eines Autos alle Möglichkeiten mit seinem Steuerberater kurz abklären, um sich später böse Überraschungen zu ersparen.“

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