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© HERBERT PFARRHOFER / picture alliance
Im Großen und Ganzen sind eh alle zufrieden: Stadträtin Sandra Frauenberger, Ministerin Pamela Rendi-Wagner, WGKK-Obfrau Ingrid Reischl, Dr. Regina Ewald und ÄK-Präsident Thomas Szekeres eröffnen ein PHC.
 
Praxis 1. September 2017

Trio mit vielen Kompetenzen

PHC Donaustadt. Drei Ärztinnen bauen im Flächenbezirk ein Primärversorgungszentrum und einen neuen Kundenstock auf. Künftig sollen in Wien vermehrt Gruppenpraxen zu Primärversorgungszentren ausgebaut werden.

2014 war das Jahr, in dem Österreich die meisten Spitalseinweisungen pro 1.000 Einwohner zu verzeichnen hatte. Das will Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) ändern, indem sie Primärversorgungszentren errichtet, die 50 Stunden pro Woche geöffnet sind, ohne Urlaubssperre. Nach dem innerstädtischen PHC Mariahilf entsteht nunmehr im transdanubischen Flächenbezirk Donaustadt ein zweites Primärversorgungszentrum. Seit 4. September, ordinieren die Allgemeinmedizinerin Dr. Regina Ewald, früher als Wahlärztin tätig, und die beiden Notfallmedizinerinnen Dr. Ursula Pichler-Neu und Dr. Ida Kubik in der Zschokkegasse 140. Eine Psychotherapeutin, eine Diätologin und eine diplomierte Krankenschwester stehen den Patienten zur Verfügung. Im selben Haus sind außerdem eine Zahnambulanz und eine Apotheke zu finden, das Donauspital liegt gleich ums Eck. „Ich bin gebürtige Donaustädterin, habe meinen Turnus im Donauspital absolviert“, sagt Ewald, die sich auf die Arbeit im Team freut. Beim Teambuilding wünscht ihr Ärztekammer-Präsident Dr. Thomas Szekeres gutes Gelingen. Die drei Ärztinnen im PHC Donaustadt lernen einander quasi gerade kennen.

Die zweijährige Suche nach dem Ärztinnentrio, für das neue PHC hat Spuren bei allen Beteiligten hinterlassen. Künftig werde man „den leichteren Weg“ beschreiten, sagt WGKK-Obfrau Mag. Ingrid Reischl, und bestehende Gruppenpraxen ausbauen. Zweierpraxen würden mit einem dritten Vertrag ausgestattet, so Interesse besteht. Erklärung: Von der Gruppenpraxis sei der Schritt zum PHC kleiner.

Zum bereits bestehenden PHC in Wien Mariahilf meinte Rendi-Wagner, dieses sei dermaßen beliebt, dass ein Aufnahmestopp verhängt worden sei. Ausschlaggebend dafür sei die hohe Qualität der Versorgung. Die mediale Begleitmusik rund um die Eröffnung vor zwei Jahren dürfte dem Bekanntheitsgrad auch zuträglich gewesen sein – und diese mediale Unterstützung ist auch diesmal höchst willkommen. Denn: Anders als bei PHC Nummer eins, eben jenem in Mariahilf, gibt es bei Nummer zwei in der Donaustadt keinen Patientenstock, auf dem man aufbauen könnte. Ein PHC ist teuer: Für den Start und Aufbau der Infrastruktur bekam das Zentrum 270.000 Euro Pauschale, 165.000 stammen von der Stadt Wien.

Die Donaustadt zählt zu jenen österreichischen Bezirken, deren Bevölkerung am schnellsten wächst. So sei auch kein Verdrängungswettbewerb zu erwarten. Rendi-Wagner meinte, Erfahrungen aus Mariahilf würden zeigen, dass keine Praxen aus der Umgebung „aufgesaugt“ würden.“

Martin Křenek-Burger
, Ärzte Woche 36/2017

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