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Praxis 24. November 2005

Steuertipps zum Jahresende

In wenigen Wochen steht der Jahreswechsel bevor. Für MEDTAX-Steuerberater Mag. Manfred Kenda aus der Kanzlei „Die Steuerberater“ in Klagenfurt ist jetzt die beste Zeit, mit seinen Klienten über vorteilhafte Entscheidungen zu sprechen.

„Einige Klienten wollen auf den letzten Abdruck noch investieren, obwohl die steuerlichen Auswirkungen vergleichsweise gering sind“, berichtet Kenda aus der Praxis. Im Zusammenhang mit der Halbjahresabschreibung noch kurz vor Jahresende gilt nämlich grundsätzlich, dass Investitionen nur dann sinnvoll sind, wenn diese auch betriebswirtschaftlich notwendig sind. Wer überlegt, noch eine Investition zu tätigen, dem steht heuer auch die halbe Jahresabschreibung zu. Die rechnerischen Auswirkungen dieser Maßnahme sind allerdings marginal. Hingegen können alle Wirtschaftsgüter, die weniger als 400 Euro inklusive Umsatzsteuer kosten, sofort als Ausgaben geltend gemacht werden und mindern den Gewinn.

Versicherungen für Mitarbeiter

Steuersparen zum Jahresende war auch Seminarthema beim 1. Praxismanagement-Kongress, der Ende Oktober in Vösendorf unter Beteiligung aller MEDTAX-Steuerberater stattgefunden hat. Ein Kapitel hierbei war der Abschluss von Lebens-, Kranken- bzw. Unfallversicherungen, der für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen bis zu 300 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer steuerfrei ist. Auch ein Pensionskassenvertrag für alle Arbeitnehmer oder nur für bestimmte Gruppen kann abgeschlossen werden.„Normalerweise wird das beitragsorientierte Modell gewählt, bei dem maximal zehn Prozent des Jahresbruttoeinkommens in die Pensionskasse eingezahlt werden kann“, erklärt Kenda. Dabei fallen keine Lohnnebenkosten an, die Auszahlung wird allerdings der Lohnsteuer unterworfen.

Steuerfreie Geschenke

Sachzuwendungen an Arbeitnehmer als (Weihnachts-)Geschenk sind innerhalb eines Freibetrages von 186 Euro steuerfrei. Das gilt auch für Gutscheine und Goldmünzen. Kenda warnt: „Alle Geschenke während des Jahres werden zusammengezählt.“ Die Kosten von Betriebsveranstaltungen, wie Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug, dürfen pro Arbeitnehmer und Jahr 365 Euro nicht überschreiten, damit keine Steuer- und Sozialversicherungspflicht entsteht. Fortbildungsaktivitäten für Mitarbeiter werden mit einem Bildungsfreibetrag in Höhe von 20 Prozent vom Staat belohnt. „Alternativ dazu können Unternehmen, die wegen ihrer steuerlichen Verluste durch den Rost fallen würden, eine Bildungsprämie in Höhe von sechs Prozent geltend machen“, so Kenda.

Aufbewahrung von Unterlagen

Zum 31.12.2005 läuft die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Aufzeichnungen des Jahres 1998 aus. Diese können daher ab 1. Jänner 2006 vernichtet werden. Belege, die mit anhängigen Berufungsverfahren oder mit Grundstücken (12 Jahre) in Verbindung stehen, sind weiterhin aufbewahrungspflichtig. „Selbstverständlich gilt dies auch für Verträge, die noch gültig sind“, betont Kenda.

Grenzen für absetzbare Versicherungsprämien

Prämien für freiwillige Lebens-, Unfall- und Krankenversicherungen sind nach wie vor bis zum einem jährlichen Höchsteinkommen von 36.400 Euro zu einem Viertel von 2.920 Euro absetzbar. Zwischen 36.400 Euro und 50.900 Euro gibt es eine Einschleifregelung, darüber hinaus können diese nicht mehr abgesetzt werden. Bei Alleinverdienern und Alleinerziehern verdoppelt sich der Höchstbetrag auf 5.840 Euro.
Der Nachkauf von Pensionszeiten darf unbeschränkt abgesetzt werden. Beim Kirchenbeitrag gibt es die Obergrenze von 100 Euro (neu ab 2005). Spenden sind nur dann abzugsfähig, wenn die Institutionen in der Liste des BMF angeführt sind. Diese Liste enthält Forschungseinrichtungen, diverse Fonds, Museen oder beispielsweise das Bundesdenkmalamt. Auch Spenden an Katastrophenopfer sind für selbständige Ärzte unter bestimmten Bedingungen steuerlich absetzbar. Ab 1. Oktober 2005 hat wieder die Anspruchsverzinsung begonnen, der Zinssatz beträgt 3,47 Prozent per anno. Für Gutschriften bekommt man Gutschriftzinsen in gleicher Höhe. „Wer eine größere Nachzahlung erwartet, kann den Betrag an das Finanzamt vorauszahlen, dann entfallen die Anspruchszinsen“, darauf macht Kenda aufmerksam. Bis Ende 2005 kann man noch die Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2000 nachholen, für das Jahr 2004 ist noch bis 2009 Zeit.

Michael Dihlmann, Ärzte Woche 46/2005

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