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© Halfpoint/Getty Images/iStockphoto
 
Praxis 18. August 2017

Überzeugen statt Belohnen

Compliance. Die Skepsis vor Medikamenten lässt Patienten zurückschrecken diese einzunehmen – da hilft auch keine Belohnung. Skeptiker sollten in die Therapieentscheidung miteinbezogen werden.

Jeder zweite bis dritte Patient nimmt seine Medikamente nicht so ein, wie verschrieben. In einer US-amerikanischen Studie haben Forscher versucht, die Therapieadhärenz durch Anreize wie Geldgewinn bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder Unterstützung durch das soziale Umfeld zu steigern – ohne Erfolg. Eher als Belohnungen anzubieten, sollte der Frage nachgegangen werden, weshalb so viele Patienten ihre Medikamente nicht einnehmen.

“Pillen-Schlucken“ ist bei vielen negativ besetzt und mit Skepsis verbunden. Häufig haben sie Angst vor Nebenwirkungen oder trauen der Wirkung der verschriebenen Arzneien nicht. Kein Wunder, dass in solchen Fällen die Aussicht auf eine finanzielle Belohnung nicht ausreicht.

Nach Sorgen der Patienten fragen

Um diese Medikamentenskepsis anzugehen, sollten Ärzte versuchen, das Vertrauen ihrer Patienten zu gewinnen. Dann können sie im Gespräch herausfinden, wie ihre Patienten zur Medikamenteneinnahme stehen, und nach Sorgen vor negativen Effekten fragen.

Fühlt sich der Patient ernst genommen und in die Therapieentscheidung miteinbezogen, nimmt ihm das häufig die Skepsis. So können Ärzte im Gespräch Ängste abbauen und den Nutzen der jeweiligen Therapie verständlich machen. Dieser Prozess ist zwar zeitaufwendig, lohnt sich aber für die Therapietreue.

Finanzielle Anreize für eine Compliance der Patienten sind schlecht investiert.

Constance Jakob/ ÄZ
, Ärzte Woche 29/34/2017

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