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Praxis 24. November 2005

Naherholung inklusiveärztlicher Versorgung

In Stainz in der Nähe von Graz besteht seit 2001 ein Ärztehaus, in dem ein Konzept mit Timesharing und der gemeinsamen Nutzung von Ordinationsräumen umgesetzt wird.

In Stainz, einem Ort etwa 24 Kilometer südwestlich von Graz, wohnen knapp 2.500 Menschen. Doch mehr als 170.000 Menschen kaufen hier regelmäßig ein. Stainz ist außerdem ein beliebtes Naherholungsgebiet, und immer mehr Menschen entschließen sich, in dieser Region ein Eigenheim zu errichten.„Nach meiner Ausbildung verbrachte ich einige Jahre im Ausland, unter anderem in Finnland, Großbritannien und Südafrika. Dort habe ich viele verschiedene Formen von Gemeinschaftspraxen kennen und diese Art der intensiven Kooperation von Ärzten schätzen gelernt“, berichtet der Facharzt für Gynäkologie Dr. Jörg Machan.

Ausrichtung auf Wahlärzte

Wichtig war ihm für sein Projekt die gezielte Ausrichtung auf Wahlärzte, denn „in den Kassenpraxen nehme ich den Trend wahr, dass die Möglichkeit einer persönlichen und intensiven Zuwendung zu den Patienten, bedingt durch Überfüllung, immer stärker verloren geht.“ In seinem Elternhaus, in dem schon seit sieben Generationen Ärzte tätig sind, sollte daher ein Ärztezentrum entstehen. „Das Haus ist in der Bevölkerung entsprechend bekannt“, so Machan. Seinen Traum setzte er mit einem großzügigen Aus- und Umbau um, die neuen Räume sind seit 2001 nutzbar. Ein Vorteil für das Projekt sind der nur 100 Meter entfernte, große Parkplatz am Hauptplatz ohne Parkgebühr und das dichte Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Lowcost-Betriebssystem

Tätig sind im Ärztehaus in Stainz neben Machan derzeit eine Ärztin für Allgemeinmedizin, ein Orthopäde, eine Augenärztin, eine Hautärztin, ein Chirurg sowie Fachärztinnen für Neurologie und Psychiatrie, HNO und für Urologie. Die 340 Quadratmeter werden in einem ausgeklügelten Timesharing-Konzept gemeinsam genutzt. So können vier Ärzte gleichzeitig ordinieren und dabei auf eine Basiseinrichtung inklusive zweier Ultraschallgeräte zurückgreifen.„Alles ist auf ein Lowcost-Betriebssystem ausgerichtet. Wir teilen uns eine gemeinsame Sekretärin, deren Tätigkeit nach Stunden abgerechnet wird, auch die Raumpflege wird gemeinsam finanziert“, erklärt Machan. „Es ergeben sich immer wieder Kontakte zwischen den im Haus tätigen Ärzten, obwohl ein Großteil auch in Spitälern arbeitet, sowie starke Synergieeffekte dieser Form der gemeinsamen Arbeit.“ Zweimal im Jahr findet ein fix vereinbartes Treffen der Ärzte statt. Als Vorteil für die Patienten wertet Machan die „große Bandbreite an medizinischen Betreuungsmöglichkeiten an einem Ort“. Das Team des Ärztehauses in Stainz engagiert sich zudem im Projekt „Gesunde Gemeinde“ und beteiligt sich an Vorträgen, Informationstagen und anderen Gesundheitsaktionen.

Weitere Informationen zum Projekt: www.aerztehaus-stainz.at.

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