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Praxis 23. November 2005

Spannende Gemeinsamkeit

In Linz haben sich drei Internisten zusammengetan. Zwei davon arbeiten nebenbei im Spital – der Informationsfluss aus diesem Bereich wird vom Team als besondere Bereicherung erlebt.

Im Jahr 1995 übernahm der Facharzt für Innere Medizin, Dr. Karl Mayr, eine Ordination mit zentraler Lage in Linz; seine Schwerpunkte sind Kardiologie und Hypertensiologie: „Mir war von Anfang an klar, dass ich dort nicht allein arbeiten wollte. Die Möglichkeit zum kontinuierlichen Dialog und Erfahrungsaustausch mit Kollegen halte ich für eine hohe Qualität, sowohl auf der persönlichen als auch auf der fach-lichen Ebene.“ Mayr ist neben seiner Tätigkeit im „Team der Internisten“ auch Leiter des Linzer „Centrum für Lebensstilmedizin“ mit dem Schwerpunkt kardiologische Rehabilitation. Warum er sich als Wahlarzt niedergelassen hat, begründet der Internist folgend: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass durch die Transparenz der sofort ausgestellten Rechnung und die Selbstbehalte die Compliance der Patienten deutlich besser ist als im reinen Kassenbereich.“

Die Wurzeln der Gemeinschaft gehen in die Turnuszeit zurück

Der Faktor Zeit würde dabei auch von den Patienten als besonderer Wert gesehen. Darin zu investieren, lohnt sich, sind die Wahlärzte überzeugt. Mayr arbeitet im „Team der Internisten“ mit zwei Kollegen zusammen, die er bereits seit seiner Turnuszeit kennt. Die Ärztin im Team, Dr. Angelika Hengstschläger, konzentriert sich auf die Schwerpunkte Hämatologie und Onkologie. Dr. Rainer Hubmann bietet seine Leistungen in den Schwerpunkten Gastroenterologie und Hepatologie an.

Breites internistisches Leistungsspektrum

Vor kurzem stieß als weiterer Partner Dr. Otmar Janko mit den Spezialgebieten Rheumatologie, Endokrinologie und Nephrologie dazu. So ist es möglich, ein breites Feld innerhalb der sich immer mehr spezialisierenden Inneren Medizin abzudecken. „Ich hatte bei Praxisübernahme in Ausstattung und Personal investiert, die Kollegen zahlen mir jeweils 40 Prozent ihrer Einkünfte“, berichtet Mayr. „Eine solche Kooperation wirkt der Vereinsamung entgegen, die ich bei vielen Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen erlebe. Und sie verhindert, dass man seine Arbeit mit Scheuklappen verrichtet, weil sich durch die Kooperation und das Feedback neue Perspektiven eröffnen.“ Als besonderen Bonus erlebt Mayr neben dem regelmäßigen fachlichen und persönlichen Austausch die Tatsache, dass Informationen und Erfahrungen sowie neue Technologien und Erkenntnisse aus dem Spitalsbereich direkt in die Ordination einfließen. Denn Mayrs Kollegen sind Wahlärzte neben ihrer Tätigkeit im Spital. „Für diese würde sich eine Wahlarztpraxis, die sie allein betreiben, nicht auszahlen“, sagt Mayr. „Solche Formen der Kooperation, die spannende Gemeinsamkeiten ergeben, sind sicher zukunftsträchtig, auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Gesundheitswesens.“

Gemeinschaft im Sinne der Gesundheitsökonomie

Mayr ist davon überzeugt, dass Gemeinschaftspraxen wie das „Team der internisten“ viele Leistungen aus dem Spitalsbereich übernehmen und zudem ökonomisch günstiger erbringen könnten: „Notfall- und Akutpatienten, bei denen eine längerfristige Beobachtung zur Abklärung wichtig ist, sind in spezialisierten Einrichtungen sicher besser aufgehoben. Bei etwa 60 Prozent der stationär behandelten Fälle handelt es sich aber um vorher vereinbarte Termine. Viele dieser Patienten wären auch im niedergelassenen Bereich gut zu betreuen.“

Abstimmung mit Umfeld

Momentan beobachtet Mayr eher den gegenteiligen Trend, die Überbetonung des ambulanten Bereichs, der wiederum ausschließlich im Spitalsumfeld gesehen wird. „Eine Abstimmung mit anderen niedergelassenen Kollegen ist sicher nötig, wenn Gemeinschaftspraxen mit Kassenvertrag entstehen“, ergänzt Mayr. Das „Team der Internisten“ hat auch eine eigene WebSite (www.teamint.at), auf der neben Informationen zu den Angeboten und zum Team auch Transkripte von Vorträgen und ein automa-tisches Recall-Service via E-Mail angeboten werden.

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