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Praxis 23. November 2005

Ehemaliges Spital wurde Ärztezentrum

„A-Z Weiz“ nennt sich ein seit vergangenem Oktober geöffnetes Ärztezentrum in der Steiermark. Die Weiterentwicklung zeitgemäßer ärztlicher Koope-rationsformen wird dort konsequent vorangetrieben.

„Die Überlegungen zu einem gemeinsamen Projekt spannten sich über mehrere Jahre“, berichtet der Facharzt für Innere Medizin, Dr. Paul Pavek. „Ebenso die intensive Suche nach einem geeigneten Standort mit guter Erreichbarkeit und ausreichend Parkplätzen.“ Schließlich wurde das seit 1877 existente Gebäude des alten Gemeindespitals in Weiz zum Verkauf ausgeschrieben.

Ein Haus mit Tradition

Gemeinsam mit anderen Ärzten gründete Pavek eine OEG, erwarb dieses Haus und veranlasste den Umbau. „Aus dem ursprünglichen Armen- und Siechenhaus wurde dann das Städtische Krankenhaus Weiz und nun ein zukunftsträchtiges ambulantes ärztliches Kooperationsmodell“, erzählt Pavek. Das im Oktober 2004 fertig gestellte Projekt „A-Z Ärztezentrum Weiz“ bietet ausreichend Platz für zwei Internisten, fünf Allgemeinmediziner, einen Facharzt für Neurologie mit sportmedizinischem Angebot, einen Orthopäden, eine Fachärztin für HNO sowie zwei Dermatologen und einen Chirurgen. Im allgemeinmedizinischen Angebot finden sich die Schwerpunkte Akupunktur und Schmerztherapie. Weiters gibt es ein Dia­gnostikinstitut für Osteoporose.
Das ärztliche Leistungsspektrum wird mit Logopädie, Physio- und Psychotherapie ergänzt. Außerdem gibt es ein Großlabor, das auch von anderen Ärzten der Region genutzt wird. Im „Café Vital“ werden Bioprodukte und Internetzugang angeboten. Für die Zukunft ist die Einrichtung eines Schlaflabors geplant, auch ein Radiologe soll als Partner für das Zentrum gewonnen werden. So kann Patienten eine große Bandbreite von medizinischen Leistungen unter einem Dach angeboten werden. „Von A bis Z“, betont Pavek, „wir sind Begleiter in allen Lebenssituationen und Lebensabschnitten.“ Im Sinne der Patienten wurden die Ordinationszeiten so organisiert, dass vor allem Allgemeinmediziner und Internisten den ganzen Tag verfügbar sind.„Unser Zentrum ist nicht nur einfach ein Gebäude, in dem einige Ärzte voneinander unabhängig arbeiten“, betont Pavek. Alle Ordinationen sind per Haustelefon und Computernetzwerk verbunden, elektronische Befundübertragung gehört ebenso zum Standard.

Regelmäßige Intervision und gemeinsame Fortbildung

„Wir treffen uns regelmäßig zur Intervision und zur Besprechung von Fällen bzw. zur gemeinsamen Fortbildung“, berichtet Pavek. Der breite interdisziplinäre Mix aus Medizinern und Therapeuten würde weiters dafür sorgen, diagnostische und therapeutische Sackgassen zu vermeiden. Bereits zu Papier gebracht sind die Pläne für die Erweiterung des Ärztezentrums um ein Institut für Nuklearmedizin; die Verhandlungen mit den Kassen laufen auf Hochtouren. Eine Bewilligung liegt mittlerweile für ein weiteres zukunftsorientiertes Pilotprojekt vor: Pavek wird seine Kassen-stelle mit zwei der Allgemeinmediziner im Haus teilen.
Dieses Projekt wird ein Jahr lang evaluiert werden und soll dann in die Praxis übergehen. „Ziel ist, dass alle Ärzte im Haus einen gemeinschaftlichen Vertrag mit guten Rahmenbedingungen bekommen“, blickt Pavek voraus. „Das ist der erste Schritt in Richtung intensiverer Zusammenarbeit von Ärzten im extramuralen Bereich und eine Antwort auf die Trends der Gesundheitsreform.“ Solche Ärztezentren könnten wesentlich zu einer dezentralen und qualitativ hoch stehenden medizinischen Versorgung beitragen, „die sich auch alle leisten können“, ist der Internist überzeugt.

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