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Praxis 23. November 2005

Erfolgsabhängiges Gehalt als Motivationsfaktor

In Ordinationen kann es unter Umständen Sinn machen, wenn die Ordinationshilfen nicht nur ein fixes Gehalt, sondern zusätzlich eine gewinn- oder umsatzabhängige Prämie ausbezahlt bekommen.

„Wenn ein niedergelassener Arzt das Gefühl hat, dass durch mangelndes Engagement seiner Mitarbeiter nicht das wirtschaftliche Optimum aus der Ordination herausgeholt wird, wäre zu überlegen, ob nicht zusätzliche alternative Entlohnungsformen Abhilfe schaffen könnten“, regt Mag. Hans Georg Goertz von der Wiener Steuerberatungskanzlei Dr. Scholler & Partner an. In Frage dafür kommt beispielsweise eine gewinn- oder umsatzabhängige Prämie.

Umsatz- oder gewinnabhängig

Eine Prämie kann für alle ärztlichen Tätigkeiten, aber auch für zusätzliche Nebenverdienste in der Ordination, wie Produktverkauf, gewährt werden. Immer mehr Ärzte verkaufen in ihren Ordinationen Nahrungsergänzungen, Kontaktlinsen oder Kosmetika. Dieser Verkauf wird nur zum Teil vom Arzt selbst, jedoch wesentlich von den Ordinationshilfen im Empfangsbereich betrieben. Hier kann eine Umsatzbeteiligung durchaus Mehrumsätze bewirken.

Die entscheidende Frage bei der Berechnung der Prämie sind die Kosten, die im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten oder Verkäufen stehen. Steigen die Kosten proportional, ist es egal, ob die Prämie umsatz- oder gewinnabhängig gewählt wird. Wenn allerdings die Kosten überproportional, beispielsweise durch Überstundenzuschläge, steigen, wäre eine gewinnabhängige Prämienzahlung für den Arzt günstiger.

Vorsicht Fixanspruch

Wichtig ist für Goertz bei Gewährung von Prämien aber auf jeden Fall, dass darauf Wert gelegt wird, diese nicht immer in der selben Höhe und am besten auch nicht im gleichen Zeitabstand auszuzahlen: „In diesem Fall werden sie zu einem Lohnbestandteil, auf den der Arbeitnehmer einen Anspruch hat.“ Er empfiehlt daher auch, den Mitarbeitern schriftlich mitzuteilen, dass die Prämie keine Regelmäßigkeit begründet, sondern eine einmalige und freiwillige Leistung darstellt, mit der kein Rechtsanspruch für die Zukunft verknüpft ist.

Auch im Vertretungsbereich kann eine derartige Honorarvereinbarung Sinn machen. Erfolgsabhängige Entlohnungsformen sind aber immer individuell für jede Ordination zu überprüfen.

 

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