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Praxis 23. November 2005

Gegen Verdienstausfall gefeit

Ob Krankheit oder Unfall – eine vor-übergehende Berufsunfähigkeit bedeutet immer finanzielle Einbußen. Im Angestelltenbereich können Ärzte für den Fall des Falles eine Verdienstausfall-Versicherung abschließen.

Fast jeder Arzt kennt die Betriebsunterbrechungs-Versicherung für freiberuflich Tätige, fast jeder niedergelassene Arzt sichert sich damit gegen Verluste bei Stillstand seiner Praxis ab. „Die wenigsten Ärzte wissen aber, dass auch ein angestellter Arzt ein ähnlich gelagertes Problem haben kann, das er mit der weitgehend unbekannten Verdienstausfall-Versicherung lösen könnte“, so Dir. Wilhelm Zieger, Leiter des Basler Ärztedienstes in Graz.

Ersatz des Zusatzeinkommens

Diese Sparte leistet pauschalierten Ersatz für den entgehenden Verdienst aus Nacht-, Sonn- und Feiertagszulagen sowie Überstundenvergütungen eines Arztes an einer Krankenanstalt oder in Zusammenhang mit einer anderen unselbständigen Beschäftigung. Nicht ersetzt werden Gehälter sowie Zulagen, die einen fixen Bestandteil des Gehalts darstellen und auch bei einem krankheits- oder unfallbedingten Krankenstand weiterlaufen. Die versicherten Gefahren sind Krankheit und Unfall, sofern eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliegt. „Dabei ist unerheblich, ob die Krankheit oder der Unfall in kausalem Zusammenhang mit dem Beruf steht oder im privaten Bereich auftritt“, betont Zieger. Natürlich darf – wie bei allen Sachversicherungen – die vereinbarte Summe nicht höher sein als maximal die Gesamtheit der versicherbaren Zulagen. Auch hier gilt das so genannte Bereicherungsverbot.
Die meisten Versicherungsgesellschaften begrenzen die Versicherungssumme nach oben. Liegt keine Überversicherung vor, wird unter Berücksichtigung der Karenzzeit (meistens sieben Tage) für jeden Tag der Arbeitsverhinderung ein Dreihundertsechzigstel der Versicherungssumme ersetzt.
Ebenso wie bei der Betriebsunterbrechungs-Versicherung für freiberuflich Tätige sollte auch die Leistung aus der Verdienstausfall-Versicherung nicht durch die Haftungszeit eingeschränkt sein. „Auch bei Wiedererkrankung aus der gleichen Ursache sollte daher ohne zeitliche Einschränkung bis zur Ausschöpfung der Versicherungssumme bezahlt werden“, erklärt Zieger. Die Prämien können sich sehen lassen: Für einen unter 40-jährigen Arzt beträgt die Monatsprämie etwa 20 Euro, bei einer Versicherungssumme von 24.000 Euro (das bedeutet 2.000 Euro Sonderzahlungen pro Monat). In Kombination mit einer Haftpflicht- und/oder Rechtsschutzversicherung wird diese Prämie meist noch durch Bündelrabatte reduziert. Bei einem über 40-jährigen Arzt erhöht sich diese Prämie auf etwa 25 Euro monatlich. „Das sind sehr gute Angebote, wenn man bedenkt“, so Zieger, „dass viele Arztfamilien das Einkommen aus den Zulagen fix in ihr Monatsbudget eingeplant haben.“

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