zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 23. November 2005

Augenlaser für Apparategemeinschaft

Vor drei Jahren haben sich sieben Augenärzte aus verschiedenen Teilen Oberös-terreichs auf das Risiko eingelassen, gemeinsam einen Augenlaser anzuschaffen. Eine Entscheidung, die sich gelohnt hat.

„Wir kennen uns schon seit der Ausbildung und besuchen nach wie vor gemeinsam Fortbildungsveranstaltungen“, berichtet Dr. Karl Riedler, einer der sieben beteiligten Ärzte. Gemeinsam hat das Team einen Excimer-Laser für refraktive Chirurgie angeschafft und diesen in angemieteten Räumen der Privatklinik Wels St. Stephan aufgestellt. Die Ärzte arbeiten ansonst in ihren Ordinationen in Linz, Wels, Grieskirchen, Perg und Kirchdorf. „Wir treffen uns mindestens vierteljährlich, um Erfahrungen auszutauschen und Problemfälle zu besprechen“, berichtet Riedler. Die Augenärzte haben gemeinsam eine GmbH gegründet, in die jeder verpflichtend Beiträge in einer vereinbarten Höhe einbringen muss, und zwar unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg beim Einsatz des Lasers. „Ein Augenlaser-Equipment kostet mindestens 524.000 Euro, dazu kommen die laufenden Wartungskosten und die Raummiete“, berichtet Riedler. Aber dieses finanzielle Risiko hat sich für alle Beteiligten ausgezahlt. Inzwischen wurden mehr als 1.400 Eingriffe durchgeführt, und der Laser ist weiterhin kontinuierlich im Einsatz. Gemeinsam werden regelmäßig Informationsgespräche für Personen angeboten, die sich für einen Eingriff interessieren. Damit soll auch bei der Aufklärung über diesen Eingriff hohe Qualität gewährleistet sein. Interessierten müsse klar gemacht werden, dass der Augenlaser keine Wunder bewirken könne und „man danach plötzlich Adleraugen hat“ (Riedler). Solche Versprechung wäre „völlig unseriös“. Für viele Menschen bedeute der Augenlaser aber eine sehr gute und ausgereifte Möglichkeit, ein großes Stück an Lebensqualität zurück zu gewinnen.Der Eingriff wird von der Kasse als ästhetische Maßnahme gewertet und gilt deshalb als Selbstzahlerleistung. Patienten, bei denen eine Kontaktlinse aus medizinischer Indikation von der Krankenkasse bezahlt wird, bekommen auch für die Laserbehandlung einen Zuschuss bei nachweislicher Unverträglichkeit der Kontaktlinsen.
Für die Kassenpolitik, z.B. die Streichung der Zuschüsse für Brillen seit Jahresbeginn, zeigt Riedler kein Verständnis. Aus seiner Sicht liege hier „eine völlig unverständliche krasse Benachteiligung von Menschen mit Sehbehinderung“ vor.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben