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Praxis 23. November 2005

Privatklinik am richtigen Ort

Im salzburgerischen Altenmarkt steht ein Ärzte- und Gesundheitszentrum. Das ausgewogene Konzept ermöglicht eine bessere Versorgung der Region und wird von Kassen- und Privatpatienten gut angenommen.

„Abseits der Stadt Salzburg gibt es in vielen Regionen des Landes nach wie vor zu wenige Fachärzte“, analysiert der Allgemeinmediziner Dr. Johann Gruber. Im Lungau leben etwa 15.000 Menschen – zu wenig, damit ein Facharzt davon langfristig leben kann. Zwar wurden von der Kasse neue Stellen für Fachärzte geschaffen, die Ärzte müssen aber ihre Zeiten und Anwesenheiten auf verschiedene Regionen im Pongau und Lungau aufteilen. Damit haben diese auch großes Interesse an Möglichkeiten, zu günstigen Rahmenbedingungen Ordinationsräume mit entsprechender Ausstattung nutzen zu können.„Im Enns-Pongau haben wir mit dem Ärztezentrum in Altenmarkt einen zentralen Standort aufgebaut, wo dies sehr gut möglich ist“, berichtet Gruber. Schon 1992 wurde im Gebäude eine unfallchirurgische Privatklinik realisiert.

Arbeitsbereich für zehn Ärzte

Seit vergangenem November sind über 3.000 Quadratmeter der gemeinsame Arbeitsbereich für zehn Ärzte. Sie kommen aus der Allgemeinmedizin und Homöopathie bzw. den Fachrichtungen HNO, Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Zahnheilkunde. Aufgrund der Lage inmitten des großen Schigebiets „Sportwelt Amadé“ liegt einer der Schwerpunkte auf sporttraumatologischen Verletzungen. Ebenso wird Hand- und arthroskopische Chirurgie angeboten.
Weiters beherbergt das Haus eine klinische Psychologin, ein Sanitätshaus und einen Anbieter von Hörgeräten sowie ein Institut für medizinische Prophylaxe, physikalische Therapie und Rehabilitation. Dort wird unter anderen neben Physio-, Kletter- und Elektrotherapie auch Trainingstherapie und -beratung für aktive und angehende Sportler angeboten. Massage und Ernährungsberatung runden das Angebot ab. Auch ein kleines Kaffeehaus wurde in das Ärztezentrum integriert.

Patientenfreundlich organisiert

„In jedem Stockwerk gibt es eine zentrale Aufnahme, die einzelnen Ordinationen sind also nicht hinter irgendwelchen Türen versteckt“, beschreibt Gruber. „Dies stellt auch sicher, dass Patienten jederzeit kompetent und freundlich empfangen werden und so rasch wie möglich zum richtigen Arzt kommen.“ Viele Ärzte im Haus teilen sich das Personal, die Anschaffung und Nutzung teurer Geräte (Labordia-gnostik und Videoendoskopie) sowie die EDV. Für Letztere wünscht sich Gruber noch eine stärkere Vernetzung: „Ich stelle mir die Möglichkeit vor, alle Befunde und Überweisungen sofort per Knopfdruck abrufen zu können.“ Gemeinsam eingerichtet wurde eine WebSite (www.agzmed.at), auf der alle Mieter im Haus vertreten sind.
Das Ärztezentrum verfügt auch über einen Kommunikationsraum, für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Ärzten und Therapeuten. Dazu kommen gemeinsame Fortbildungsaktivitäten, die abwechselnd vorbereitet werden und auch konkrete Fallbesprechungen beinhalten.
Die im Projekt involvierten Ärzte kennen sich großteils schon aus Turnuszeiten oder Facharztausbildung. „Das ist sicher eine günstige Voraussetzung für ein solches Projekt“, meint Gruber. Er ist als einziger Arzt des Zentrums in einer GmbH vertreten, die einer Stiftung vorgeschaltet ist. Einige Ärzte des Hauses stellen die Stiftungsräte. Mit Unterstützung der Gemeinde konnte das Ärztehaus ausgebaut werden, die Ärzte zahlen eine Miete an die Stiftung. „Das Ärztezentrum Altenmarkt wird von Kassen- als auch Privatpatienten sehr positiv angenommen“, berichtet Gruber. „Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Kooperation von Ärzten im extramuralen Bereich konkret aussehen kann. Diese bringt in vielen Bereichen eine bessere Versorgung der Patienten.“

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