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Praxis 23. November 2005

Erfolg im Internet ist kein Zufall

Neue Medien gewinnen an Bedeutung. In den letzten Jahren konnte sich vor allem das Internet als Quelle unzähliger Informationen auf der ganzen Welt etablieren. Auch im Unternehmen Arztpraxis hat die virtuelle Welt weithin Einzug gehalten.

Nahezu jede Firma, jeder größere und kleinere Betrieb und viele Dienstleistungsunternehmen haben erkannt, dass Kunden ein umfangreiches Angebot im Netz honorieren und sich gerne auf diesem Weg über das Angebot informieren. „Die Homepage eines Arztes kann dazu eingesetzt werden“, so Viktoria Hausegger, Spezialistin für Ärztemarketing in Wien, „um einfach als zusätzliche Werbung Informationen über die Praxis zusammenzustellen oder darüber hinaus detaillierten Einblick in die verschiedenen Qualifikationen und Zusatzausbildungen des Arztes zu geben.“

Unbegrenzte Möglichkeiten

Weitere Vorteile eines Internetauftritts bestehen laut Hausegger in der nahezu unbegrenzten Möglichkeit, potenziellen Patienten auf einfache Weise überhaupt erst einmal das nötige Wissen zu geben, dass und wie Probleme therapiert werden können. Dafür sind Suchmaschineneinträge, die direkt auf die Praxisseite führen, nützlich. „Gerade hier ermöglicht das Internet eine Arztauswahl über Krite-rien wie Persönlichkeit des Arztes, Qualifikation, Zusatzgebiete und alternative Behandlungsinteressen; einen aufgeschlossenen und interessierten Patienten vorausgesetzt“, so Hausegger. Auch wenn von dieser Form der Arztsuche heute bei weitem noch nicht alle Patienten Gebrauch machen, werden es in den kommenden Jahren immer mehr werden. „Eine Homepage wird mittlerweile auch bei einer Arztpraxis vorausgesetzt“, meint Hausegger. Außerdem könne mit einer Webpräsenz eine höhere Bindung bereits bestehender Patienten erreicht werden. Durch zusätzliche Angebote im Internet, die geschützt nur für die eigenen Patienten erreichbar sind, können zum Beispiel Rezepte online angefordert oder Informationen und Broschüren über verschiedene Krankheiten herunter geladen werden.

Mögliche Zielsetzungen

Bevor ein Arzt zur Tat schreitet, sollte die Zielsetzung der Home-page geklärt werden. Was will man mit der Webpräsenz erreichen? Imagestärkung, Steigerung des Bekanntheitsgrades oder Verein-fachung einzelner Praxisabläufe? Vertrauensbildung, neue Patienten oder Patientenbindung? Der Domain-Name sollte jedenfalls prägnant, passend und kurz sein. „Angesichts der Tatsache, dass täglich tausende Domains registriert werden, ist dies nicht immer eine einfache Aufgabe“, so Hausegger.

Die richtigen Inhalte

Wie ein Arzt durch seine Homepage wahrgenommen wird, bestimmen neben einer professionellen grafischen Gestaltung und Konzeption zu einem großen Teil die Inhalte. Diese sollten auch mit der Zielsetzung des Internetauftritts abgestimmt werden. Eine Homepage sollte auf alle Fälle mehr als eine Online-Visitenkarte sein. „Vielmehr sollte das Medium mit seinen multimedialen Möglichkeiten genutzt werden, um mit Patienten und Interessenten einen Dialog aufzubauen“, empfiehlt Hausegger. „Verzichtet werden sollte auf Effekthascherei, die auf Kosten fundierter und gut strukturierter Inhalte geht.“ Auf drei Punkte ist besonderes Augenmerk zu legen: Informationsqualität, Aktualität und Ser­viceleistung. Der Arzt sollte seinen Patienten die Möglichkeit bieten, Dinge bereits online erledigen oder in Erfahrung bringen zu können.

Rechtliche Fallstricke

Nur die wenigsten Ärzte kennen die rechtlichen Grundlagen, die für einen Internet-Aufritt zu beachten sind. „Nur jede zweite Arztpraxis entspricht diesen Anforderungen“, so Hausegger, „was von Kollegen oder Anwälten gerne als Grund für eine Abmahnung herangezogen wird.“ Hauptproblem im Ärztebereich ist allerdings die Tatsache, dass viele Homepages einmal erstellt, aber nie wieder aktualisiert wurden. Hausegger schiebt diese Problematik zum Großteil auf nicht brauchbare technische Fundamente: „Ideal sind Systeme, die es auch Nichtfachleuten ermöglichen, Inhalte rasch und einfach zu ändern und zu ergänzen.“

Ansprechendes Design allein ist zu wenig

Auch wenn es viele Möglichkeiten gibt, eine Internetseite selbst zu programmieren und zu gestalten, „sollte man diese Aufgabe Profis überlassen“, rät Hausegger. Das typische menügesteuerte, ­bilderreiche „Willkommen auf meiner Homepage“-Modell habe längst ausgedient, es werde bereits von erstklassiger „Architektur“ ersetzt. Konzeption, Gestaltung und Erstellung müssen laut Hausegger Hand in Hand gehen, die User seien mittlerweile professionelle Sites gewohnt. Dass die optische Gestaltung dem Corporate Design der Ordination entsprechen sollte, ist selbstverständlich. Eine gut durchdachte Navigation führt den User schnell zur gewünschten Information und dann, wie von selbst, zu Inhalten, die der Arzt bekannt geben möchte. Wichtig ist laut Hausegger die deutliche Unterscheidung zwischen Druck- und Onlinevarianten. Gestalter von Internetsites sollten über sehr gute Fähigkeiten im Layout-Bereich verfügen. Die Bedürfnisse des Publikums sind unterschiedlich. Idealerweise sollten Struktur und Layout ausbalanciert sein. Informationen, die im Web veröffentlicht werden, müssen auch den Regeln des Web-Standards entsprechen. Dies garantiert, dass alle Besucher einer Site die gewünschte Information auch lesen können.

Breite Angebotspalette für ­individuelle Lösungen

Die Frage, wie der moderne Arzt mit eingeführter Praxis heute entscheiden soll, lässt sich laut Hausegger nicht allgemein beantworten: „Es kann nicht pauschal für jeden eine aufwändige Gestaltung des Internetauftritts durch eine große Werbeagentur empfohlen werden.“ Auch für Ärzte, denen ein großer Einstieg zu umfangreich ist, gibt es gute Ange-bote. Davon sollten jene Gebrauch machen, die den Anschluss nicht verpassen und sich mit einer optisch unbefriedigenden, allzu knappen, jedoch kostenlosen Visitenkarte im Netz nicht zufrieden geben wollen.

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