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Praxis 21. November 2005

Freier Handel mit Medizinprodukten

Vom Blutdruckmessgerät bis zu Kondomen. Welche Produkte Ärzte in ihren Ordination anbieten können, regelt die Freie Medizinprodukteverordnung.

Seit Anfang September dieses Jahres ist in der Freien Medizinprodukteverordnung festgelegt, dass der Handel mit bestimmten Medizinprodukten nicht dem reglementierten Gewerbe des Handels mit Medizinprodukten vorbehalten ist. Nach der Eigenart der betreffenden Medizinprodukte sei zu erwarten, dass sie bei ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung keine Auswirkungen auf die Gesundheit des Verwenders haben. Demnach kann nunmehr der Handel mit folgenden Medizinprodukten zur Eigenanwendung auch von Ärzten betrieben werden, wenn diese über eine Gewerbeberechtigung verfügen: Fieberthermometer; Bandagen inklusive Stützbandagen, ausgenommen medizinische Kompressionsstrümpfe und ausgenommen orthopädische Bandagen, die individuell am Patienten angepasst oder angemessen werden; Heftpflaster und Verbände ohne Arzneimittelkomponente; einfachere Erste-Hilfe-Ausstattungen wie Verbandszeug in Behältern im Sinne des Kraftfahrgesetzes; Kondome und Blutdruckmessgeräte.
Auch Drogisten dürfen nunmehr Handel betreiben mit: Lichttherapiegeräten zur Prophylaxe oder zur Behandlung einer saisonal abhängigen Depression; Rotlichtlampen; Inhalationsgeräten; In-vitro-Diagnostika zur Eigenanwendung, zur Bestimmung einer Schwangerschaft, zur Bestimmung oder Vorhersage des Ovulationstermines oder der fruchtbaren Tage der Frau oder des Eintritts der Menopause, zur Bestimmung von okkultem Blut im Stuhl, zur Bestimmung des Glukosespiegels in Blut und Harn, zur Bestimmung von Parametern der Blutfette, zur Bestimmung einfacher Parameter im Harn (pH, Eiweiß, Keton, Bilirubin, Erythrozyten, Leukozyten); Medizinprodukten zum Reinigen, Desinfizieren, Abspülen, Aufbewahren oder Hydratisieren von Kontaktlinsen. Den Antrag auf Ausstellung einer entsprechenden Gewerbeberechtigung hat der Arzt bei der Bezirkshauptmannschaft einzubringen, in deren Zuständigkeitsbereich die Ordination liegt, in welcher er das Gewerbe ausüben möchte. Der Arzt wird damit auch Mitglied der Wirtschaftskammer. Die berufsrechtlichen Bestimmungen verhalten den Arzt dazu, seinen Patienten gegenüber eine klare Trennung zwischen seiner ärztlichen und seiner gewerblichen Tätigkeit vorzunehmen.

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