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Praxis 21. November 2005

Reges Interesse der Ärzte an Praxisfinanzierung

Die Frühjahrssaison ist vorbei. Von der mittlerweile seit mehr als einem Jahr gebildeten Kooperation Basler Ärztedienst, ÄRZTE WOCHE und GlaxoSmithkline wurden wieder fünf Praxisgründungs-Seminare mit insgesamt 180 Teilnehmern abgehalten. Allein bei der Veranstaltung in Graz waren etwa 60 Jungärzte anwesend.

Einer mittlerweile perfektionierten Administration ist zu verdanken, dass die Evaluierung immer detaillierter erfolgt. So lassen sich Informationen gewinnen, die in die Planung der nächsten Saison einfließen. Was die Fachrichtungen angeht, setzt sich die Teilnehmerschaft ziemlich genau nach der tatsächlichen Verteilung zusammen. Also quer Beet gestreut, mit etwa einem Drittel Allgemeinmediziner. Interessant erscheint, dass gut die Hälfte der Teilnehmer angibt, keinen konkreten Gründungszeitpunkt zu kennen. Die Ärzteschaft nimmt diese Gründungsseminare also verstärkt wahr, um einmal über den Klinikalltag hinauszublicken und sich einfach zu orientieren und zu informieren.

Erfahrene Referenten

Die Referenten haben in der Beurteilung durchwegs gut abgeschnitten. Mit einem Gesamtschnitt von ausnahmslos besser als zwei kann man die Vortragsqualität als hochwertig bezeichnen. Herausragend waren die Vorträge von Dagmar Triller vom Basler Ärztedienst, die mit dem Thema „Maßgeschneiderte Finanzierung“ wohl immer wieder den Nagel auf den Kopf trifft. Die Finanzierung bildet natürlich auch in der Praxis den Schwerpunkt bei der Planung einer Praxisgründung. Gemischte Kommentare gab es zum neu eingeführten Praxisgründungs-Planspiel. Dabei wird ein bestimmtes, vorher definiertes Praxisgründungsszenario mit allen finanziellen Konsequenzen komplett durchgespielt. Die Kommentare reichten von „sehr gut“ und „praxisnah“ bis zu „sprunghaft“ und „kompliziert“. Die generelle Resonanz war trotzdem sehr positiv, daher wird das Planspiel auch in Zukunft beibehalten und mit Hilfe der gesammelten Erfahrungen ausgefeilt und optimiert.

Ein Tag ist zu kurz

Die Kommentare der Teilnehmer zu Inhalt und Organisation waren auch überwiegend positiv. Man lobt die Details, die man ansonsten nicht bekommt, sowie die Anregung zum Weiterlernen. Aber auch die mit den Veranstaltungen verbundenen Probleme werden aufgezeigt: Es ist zeitlich gedrängt, für weiterführende Diskussionen bleibt kaum Zeit. Das ist in der Tat eine der Schwierigkeiten für die Veranstalter: In einen Tag aus den unzähligen Aspekten einer Praxisgründung genau das hineinzupacken, was den Teilnehmern wichtig erscheint und in der individuellen Situation gebraucht wird. Wenn alle von den Teilnehmern gewünschten zusätzlichen Inhalte auch integriert würden, könnte man das Seminar auf zwei bis drei Tage ausdehnen: Honorargestaltungen, mehr Investitionsrechnungen, Standortanalyse, der Arzt als Dienstgeber, um nur einige Themen zu nennen. Natürlich werden die am häufigsten gewünschten Anregungen in die Herbstplanung einbezogen.

Mehrere Anbieter zulassen

Maßgebend für den Erfolg dieser Seminarreihe sind der „Erfinder“ Dr. Martin Millauer von der Ärztekammer Steiermark sowie Dr. Christoph Reisner, Vizepräsident in Niederösterreich und Vorsitzender des Wahlärztevereins. Reisner liefert nicht nur viel Input aus ärztlicher Sicht, sondern ist auch als Referent tätig. Er hilft sogar in anderen Bundesländern aus, wo die jeweilige Kammer keinen Referenten stellen kann oder will. Reisner betont in diesem Zusammenhang, dass er kein Problem mit Konkurrenzsituationen hat. Der Arzt sollte sich sein Seminar aus mehreren Angeboten aussuchen oder auch alle besuchen können. „Es kann nicht sein“, so Reisner, „dass eine Kammer – wie in manch anderem Bundesland – den Fortbildungssektor diktiert und keine Mitbewerber im Seminarbereich zugelassen werden.“ Niederösterreich ist somit ein Vorbild für alle anderen Bundesländer. Dort gibt es drei Praxisgründungs-Seminare von verschiedenen Organisationen in jedem Halbjahr, mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. Der Praxisgründer hat die Wahl, kann sein Wissen aber auch durch Besuch aller Seminare vertiefen.

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