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Praxis 21. November 2005

Investitionen müssen sich lohnen

Die Eröffnung einer Ordination ist meist eine kostspielige Angelegenheit. Insbesondere dann, wenn es die spezifische Tätigkeit erfordert, eine Vielzahl an technischen und medizinischen Anlagen zu beschaffen. Bei diesen „Erstinvestitionen“ stellen sich laut Mag. Rudolf Siart, Steuerberater in Wien, einige grundlegende Fragen.

Zunächst sollte mit Hilfe einer Kosten-/Nutzenanalyse geprüft werden, ob es sich beim Anschaffungswunsch um das optimale Gerät handelt. In diesem Zusammenhang müsste auch errechnet werden, wie lange es dauert, bis sich die getä-tigten Ausgaben wieder amortisiert haben. Auch die Frage nach der Art der Finanzierung und deren Dauer stellt sich bereits im Vorfeld.

Kreditbelastung beachten

Im Grunde genommen wird man, betriebswirtschaftlich betrachtet, eine mehr oder weniger ausgefeilte Investitionsrechnung anwenden. Diese Berechnung wird von einigen Überlegungen geprägt sein. „Zu ermitteln sind die Kosten, und zwar sowohl die fixen als auch die variablen, und die errechnete Summe in Relation zu den Erträgen zu stellen. Schließlich darf die Belastung für die Rückzahlung des aufgenommenen Kredites nicht vergessen werden“, so Siart. Klarerweise ist die Voraussetzung für eine exakte Berechnung ein gut aufgebautes Rechnungswesen und zumindest eine Kostenrechnung in Form einer nachvollziehbareren Kalkulation. Wer z.B. ein Röntgengerät kauft, weiß aufgrund der Kassenabrechnungen, wie viel für eine Aufnahme bezahlt wird. Finanziert man das Röntgengerät an über einen Kredit, so kann man die Kreditzinsen als Betriebsausgaben ansetzen. Dazu kommt dann jährlich die Absetzung für Abnutzung (AfA), die sich aus den Anschaffungskosten durch die Nutzungsdauer ergibt. Damit lässt sich berechnen, wie viel „Leistungen“ pro Zeiteinheit verrechnet werden müssen, um die Anschaffungskosten „hereinzuspielen“. Dies geht laut Siart am besten mit der so genannten Deckungsbeitragsrechnung: Vom Umsatz werden die direkt zuordenbaren variablen Kosten abgezogen. Übrig bleibt der Deckungsbeitrag, der zur Deckung der Fixkosten verwendet wird. Die Fixkosten pro Zeiteinheit, geteilt durch den Deckungsbeitrag pro Zeiteinheit, ergeben die für die Amortisation notwendige Zahl an Behandlungen. Wer sich für Details solcher Kostenrechnungen interessiert, sollte eine Seminar dazu in Erwägung ziehen.

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