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Praxis 21. November 2005

Ansparvariante mit Wahlrecht

Eine fondsgebundene Lebensversicherung ist der herkömmlichen Kapitallebensversicherung in vielen Punkten ähnlich. „Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die in den Beiträgen enthaltenen Sparanteile nicht in den Deckungsstock des Lebensversicherers, sondern in Investmentfonds investiert werden“, so Dir. Wilhelm Zieger, Leiter des Basler Ärztedienstes in Graz.

Im Rahmen der mit dem Tarif verbundenen Investmentfonds kann der Versicherungsnehmer meist einen oder mehrere Investmentfonds selbst auswählen, wobei er die Auswahl während der Versicherungsdauer in der Regel ändern kann. „Abhängig von den gewählten Investmentfonds kann die fondsgebundene Lebensversicherung daher hoch spekulativ sein, sie kann aber auch risikoärmer sein als eine herkömmliche Kapitallebensversicherung“, so Zieger.

Kapitalverlust möglich

Da bei der fondsgebundenen Lebensversicherung keine Investition in den Deckungsstock erfolgt, kommt auch der Rechnungszins als Garantiezins nicht zur Anwendung. „Eine Mindestverzinsung gibt es daher bei der fondsgebundenen Lebensversicherung nicht, selbst der Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals ist theoretisch möglich.“ Da der Rechnungszins bei der Kalkulation der Erlebensfallleistung nicht zum Tragen kommt, wird die Versicherungssumme als Anteil der Summe aller planmäßig während der gesamten Versicherungsdauer zu zahlenden Beiträge definiert. Anfallende Risiko- und Kostenüberschüsse werden überwiegend auch in Fondsanteile investiert, wobei auch andere Modelle, wie beispielsweise verzinsliche Ansammlung, vereinzelt angeboten werden.

Ablauftiming mit Tücken

Ein Problem der fondsgebundenen Lebensversicherung ist laut Zieger das Ablauftiming. „Für den Versicherungsnehmer wäre es äußerst ärgerlich, wenn seine Lebensversicherung in den letzten Jahren der Versicherungsdauer plötzlich durch Kurseinbrüche einen massiven Wertverlust erfahren würde.“ Die Lebensversicherer bieten für dieses Problem allgemein zwei Lösungen an: Einerseits die so genannte Übertragungsoption und andererseits das Ablaufmanagement. Bei der Übertragungsoption kann sich der Versicherungsnehmer die Fondsanteile beim Ablauf der Versicherung auf ein eigenes Depot übertragen lassen, um dann einen günstigeren Zeitpunkt für den Verkauf seiner Anteile abzuwarten. Beim Ablaufmanagement wird in den letzten Jahren der Versicherungsdauer das Anlagevermögen in risikoärmere Investmentfonds umgeschichtet. „Dies sind meist Renten- oder Geldmarktfonds.“ Dies geschieht entweder automatisch oder durch einen entsprechenden Vorschlag, der dem Versicherungsnehmer vom Lebensversicherer unterbreitet wird. Dieser Vorschlag ist natürlich nicht bindend.

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