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Praxis 20. Jänner 2017

Salzburg erhöht die Honorare

Landarzt. Das Bundesland soll für Jungärzte attraktiver werden.

APAmed. Das Bundesland Salzburg soll für Jungärzte im niedergelassen Bereich eine Überlegung wert sein. Die Salzburger Ärztekammer und Gebietskrankenkasse (SGKK) schnürten ein „Leistungspaket“, das flexible Formen der Zusammenarbeit wie Gruppen-, Timesharing- und Lehrpraxen beinhaltet. Das Honorar für praktische Ärzte und Fachärzte wird ab 2017 in drei Jahren um rund sechs Prozent erhöht.

Diese Maßnahmen wurden auch wegen des drohenden Ärztemangels getroffen. In den nächsten zehn Jahren müssen in Salzburg 50 Prozent der derzeit 446 bestehenden Kassenarztstellen für Allgemeinmediziner und Fachärzte aufgrund von Pensionierungen nachbesetzt werden. Das sagt Ärztekammer-Präsident Karl Forstner. 250 Stellen nachzubesetzen sei zwar schwierig und eine große Herausforderung, aber „durchaus machbar“, sagt SGKK-Direktor Harald Seiss.

In den vergangenen fünf Jahren konnten Nachfolger für 141 freigewordene Kassenstellen in der Primärversorgung gefunden werden, allein in diesem Jahr wurden 27 Stellen nachbesetzt. Drei Hausarzt-Ordinationen im Pongau sind allerdings nach wie vor offen, und zwar in Werfen, Großarl und Mühlbach am Hochkönig. Zu den „Mangelfächern“ zählen Kinder- und Jugend-Psychiatrie und physikalische Medizin.

Auch wenn die Sorge geäußert wurde, das hohe Tempo, jährlich rund 25 Stellen nachzubesetzen, aufgrund der sinkenden Arztzahlen nicht halten zu können, so versprühten die Salzburger Vertragspartner durch die neuen Formen der Zusammenarbeit, die auch dem Wunsch von nachrückenden Ärzten auf maßgeschneiderte, flexiblere Arbeitsmodelle besser entsprechen, doch Optimismus. „Die Latte liegt sehr hoch. Wir hoffen, dass wir aufgrund der Attraktivierung der Arztstellen unser Ziel erreichen können“, sagte der Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Walter Arnberger. Damit soll auch in Zukunft gesichert sein, dass Patienten „wohnortnah“ betreut werden.

Neben einer „fairen Aufstockung“ der ärztlichen Honorare sei es auch notwendig gewesen, zur Umsetzung und Belebung von Gruppenpraxen Verbesserungen und Neuerungen von Zusammenarbeitsformen, Offenheit für generelle Individualisierung und Flexibilisierung der Vertragsarzttätigkeit zu erreichen, sagt Arnberger. Das Angebot könnte auch Wahlärzte dazu animieren, ins Kassenarztsystem einzusteigen.

Salzburg sieht sich mit den Arbeitsmodellen auch als Vorreiter, sagte Forstner.

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