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Praxis 28. November 2016

Ordnung ist das halbe Denken

Ratgeber. Ein Buch erklärt die zentralen Regeln vernünftigen Denkens – die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands. Zum Beispiel das vierte Gebot: Fragen Sie nach der Beweislast.

In der Nacht des 20. März 2003 begann der zweite Irakkrieg. Streitkräfte der „Koalition der Willigen“, angeführt von den USA und Großbritannien, bombardierten militärische Ziele in Bagdad. Kurz darauf folgte eine kurze, heftige Bodenoffensive, bis der damalige amerikanische Präsident George W. Bush schließlich am 1. Mai 2003 den Krieg für beendet erklärte – viel zu früh, wie sich bald herausstellen sollte.

Im Vorfeld des Krieges hatten die USA die Weltgemeinschaft vor den militärischen Plänen des Irak gewarnt. Man argumentierte, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen. Diese stellten eine Gefahr für uns alle dar und rechtfertigten den geplanten Präventivschlag. Deutschland, das sich militärisch, wirtschaftlich und politisch als enger Partner der USA und Großbritanniens verstand, wollte sich jedoch nicht daran beteiligen. Wie die meisten anderen Länder verweigerte sich Deutschland dem militärischen Einsatz.

Der damalige deutsche Außenminister, Joschka Fischer, brachte die deutsche Position mit nur sechs Worten auf den Punkt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz verwarf er sein vorbereitetes Redemanuskript und sprach frei. Dabei wechselte er immer wieder vom Deutschen ins Englische und sah direkt zum amerikanischen Verteidigungsminister, Donald Rumsfeld, hinüber: „Excuse me,“ sagte Fischer, „but I’m not convinced!“

Das Buch „Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands“ erklärt anschaulich und lebensnah die zentralen Grundsätze vernünftigen Denkens – die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands eben. Diese Regeln sind essenziell für jeden, der im Leben Erfolg haben möchte. Denn wer Erfolg haben will, muss klug entscheiden. Und wer klug entscheiden will, muss klar und vernünftig denken. Jedes Gebot wird wissenschaftlich fundiert erläutert und anhand zahlreicher Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen veranschaulicht. Konkrete Tipps erleichtern Ihnen die Umsetzung der 10 Gebote in Ihrer Lebenspraxis.

Ein Buch als ideales Geschenk für verwirrte Multitasker. Zu denken ist hier an das erste Gebot, das ist nämlich das wichtigste. Denn alle anderen Gebote setzen es voraus. Wer seinen gesunden Menschenverstand einsetzen möchte, der muss zuallererst in der Lage sein, sein Denken zu strukturieren und dort Ordnung zu schaffen. Das alleine reicht zwar nicht aus, um klar und vernünftig zu denken. Aber es ist eine notwendige Voraussetzung dafür. Ohne Ordnung geht nichts.

Dazu ist zunächst eines klarzustellen: Es gibt unterschiedliche Arten des Denkens, die jeweils unterschiedlichen Regeln und Gesetzen unterworfen sind. Es gibt musikalisches Denken, bildliches Denken, assoziatives Denken usw.

Das Augenmerk liegt hier auf dem gesunden Menschenverstand. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit des logischen oder schlussfolgernden Denkens. Es handelt sich um die Fähigkeit, aus gegebenen Informationen Schlussfolgerungen abzuleiten und zu bestimmen, was man glauben und was man tun sollte.

Und nun? Jetzt folgt noch das Gleichnis vom Kurzsichtigen: Wenn Sie Brillenträger sind, dann kennen Sie sicherlich folgende Situation. Sie haben Ihre Brille verlegt. Sie sehen verschwommen und unklar. Und wahrscheinlich fällt es Ihnen schwer, sich in Ihrer Umgebung zu orientieren. Ähnlich verhält es sich beim Denken. Wenn Sie nicht über geeignete Methoden verfügen, um Ihr Denken zu klären, dann denken Sie so, wie Sie ohne Ihre Brille sehen. Es fällt Ihnen schwer, sich in Ihrem Denken zu orientieren. Sie haben Schwierigkeiten, Ihre Gedanken zu ordnen und aus gegebenen Informationen valide Schlussfolgerungen abzuleiten.

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein meinte, dass wir nur dann wirklich denken, wenn wir klar denken. In seinem Tractatus Logico Philosophicus (1922) schrieb er:

„Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles, was sich aussprechen lässt, lässt sich klar aussprechen.“

Das ist sicherlich eine Übertreibung. Aber der Gedanke Wittgensteins taugt dennoch als Faustregel für Ihre Denkpraxis. Sie sollten regelmäßig prüfen, ob Ihr Denken wirklich klar genug ist. Und wenn es das nicht ist, dann sollten Sie daran etwas ändern. Das erfordert das fünfte Gebot des gesunden Menschenverstands. Denken Sie klar und präzise! Dieses Buch liefert Tipps und Hinweise, die helfen, auch dieses schwierige Gebot einzuhalten.

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