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Praxis 29. August 2016

Apotheken nach Bedarf

EuGH-Urteil. Die Bedarfsprüfung für Apotheken bleibt weiterhin aufrecht – allerdings haben die Behörden auf der Grundlage einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nun mehr Flexibilität darin, in bestimmten Fällen Ausnahmen zuzulassen.

Ziel der gesetzlichen Regelung ist jedenfalls, die Versorgung der Bevölkerung in allen Regionen zu gewährleisten. Die bisher geltende Bezugsgröße von 5.500 zu versorgenden Personen, die bei der Neuerrichtung von Apotheken den bestehenden Nachbarapotheken jeweils verbleiben müssen, wird im Apothekengesetz geregelt.

Die vor zwei Jahren vom EuGH geforderte Flexibilisierung, die zunächst für den ländlichen Raum umgesetzt wurde, wird nun auch unter bestimmten Voraussetzungen für die Ballungszentren übernommen. Daher muss es nun überall in Österreich möglich sein, im Rahmen der Bedarfsprüfung unter bestimmten Bedingungen die Personengrenze von 5.500 zu unterschreiten.

„Die Bedarfsregelung und die dadurch resultierende flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln und Gesundheitsdienstleistungen ist ein österreichisches Erfolgsmodell und hat sich seit Jahrzehnten bewährt“, so Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer (ÖAK) . „Das Vertrauen der Bevölkerung in die Apothekerinnen und Apotheker erreicht in allen Studien Spitzenwerte. Leistungsfähige Apotheken – die dort sind, wo die Menschen sie brauchen – sind dafür Voraussetzung“, betont Wellan.

Bedarfsregelung muss aufrecht erhalten werden

Den Fortbestand der Bedarfsregelung sieht die ÖAK im Hinblick auf die gute, flächendeckende Versorgung der Österreicher mit Arzneimitteln und Gesundheitsdienstleistungen erforderlich und sinnvoll. Eine europäische Vergleichsstudie der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) von Apothekensystemen in deregulierten und regulierten Ländern zeigt, dass es ohne Bedarfsregelung zu vermehrten Eröffnungen von neuen Apotheken an wirtschaftlich attraktiven Standorten, vor allem in Einkaufszentren, kommt. Für Menschen in weniger frequentierten Lagen und Wohngegenden besteht dagegen die Gefahr einer schlechteren Versorgung mit Arzneimitteln und Gesundheitsdienstleistungen.

Quelle: Presseaussendung ÖAK

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