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In Google My Business werden auch Standortinformationen, Telefonnummer und Öffnungszeiten hinterlegt – wenn der Betrieb diese zur Verfügung stellt.

 

 
Praxis 29. August 2016

Kein Widerspruch: Lokal und online

Onlinemarketing. Worauf es bei einer guten Onlinepräsenz ankommt: So sehen grundlegende Potenziale und Handwerkszeug für Apotheken aus.

Der Onlinehandel bereitet vielen Apotheken Sorgen. Dessen Beliebtheit hat bestimmte Ursachen, die der stationäre Handel aber in manchen Aspekten für sich als Vorteil nutzen kann.

Bei der Frage nach den Ursachen lohnt es sich, wie immer, auf die Kunden zu sehen. Kunden schätzen es, online rund um die Uhr zu bestellen: Kein Warten im Geschäft und Preise und Produkte in Ruhe vergleichen zu können, sind nur einige Vorteile eines Webshops. Konsumenten, die online einkaufen, sind heutzutage nicht nur digitial natives, die mit der Möglichkeit, im Internet einzukaufen, groß geworden sind. Immer mehr ältere Konsumenten bestellen online. Gerade der regelmäßige Bedarf an Produkten bei z.B. Gelenksbeschwerden kann online leicht erfüllt werden.

Versandapotheken werden die Wettbewerbssituation voraussichtlich weiter verschärfen. Für die meisten Apotheken ist ein eigener Onlineshop aber nicht die passende Antwort. Neben der Logistik gibt es vor allem hohen Aufwand im Marketing. Die technischen Erfordernisse sollten ebenfalls nicht unterschätzt werden und dies rentiert sich nur bei entsprechend hohen Verkaufszahlen. Kleinere Betriebe sollten sich dagegen lokal positionieren – als Servicestelle für potenzielle Kunden aus der Region. Lokal und Online sind dabei kein Widerspruch. Viele Suchen in der Suchmaschine zielen auf lokale Dienstleistungen und Informationen ab.

Mit Google mehr Kunden gewinnen – Potenzial von Suchmaschinen

Suchmaschinen sind Vermittler zwischen Angebot und Nachfrage. Das Angebot stellen dabei immer die Inhalte des Internetauftritts. Die Nachfrage wird durch die Eingabe im Suchfeld der Suchmaschine kommuniziert. Wichtig ist, dass jede Suche ein nachfrageorientierter Prozess ist. Bietet man z.B. TCM Produkte an, kann man nur die Menschen erreichen, die auch danach suchen.

Im Suchergebnis in Google, dem mit über 95 Prozent Markanteil klaren Marktführer in Österreich, gibt es zwei Möglichkeiten, eine gute Platzierung zu bekommen. Einerseits gibt es kostenlose Treffer – hier versucht Google möglichst die passendsten Treffer anzuzeigen, andererseits gibt es bezahlte Treffer. Bei bezahlten Suchergebnissen zahlt der Werbende pro Klick. Diese Werbung kann zielgruppengenau gesteuert werden. Die steuerbaren Dimensionen sind:

- Regionen bis auf Orte

- Zeiten

- Alter

- Endgeräte und mehr. Dies minimiert den Streuverlust und reduziert die Kosten massiv.

Eine gut gestaltete Website steigert den Umsatz durch SEO

Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO (Search Engine Optimization), bedeutet die Optimierung von drei essentiellen Komponenten einer Website, die für den Erfolg eines Unternehmens und seiner Angebote in Suchmaschinen wesentlich sind: Inhalt, Technik und Links.

Inhalt

Nachdem Suchanfragen im Internet nachfrageorientiert sind, gilt die Regel: Eine Website kann für Suchphrasen nur gefunden werden, wenn diese auf der Webseite vorkommen.

Für die Suchmaschine ist der Title-Tag einer Website ein wichtiges Element. Dieser Text wird im Browser-Tab und oftmals auch im Suchergebnis angezeigt. Der Titel einer Webseite hat also großen Einfluss auf das Suchergebnis. Daher sollten hier wichtige Suchbegriffe vorkommen.

Die Description beschreibt genauer, wovon die Zielseite handelt und sollte vor allem einen Klickanreiz für User vermitteln.

Beide Elemente sind im Idealfall für jede Unterseite individuell gesetzt, um in Suchmaschinen mit mehr Keywords gefunden zu werden! Oft bietet es sich an, einen regionalen Begriff wie den Standort und die Postleitzahl mit einzubinden, da häufig Suchen in Kombination mit Ortsangaben abgesetzt werden – beispielsweise „Bachblüten Apotheke Graz“

Technik

Die Technik wird vom jeweiligen Homepage-Betreuer übernommen. Die Seitengeschwindigkeit, also wie schnell die Seite am Rechner geladen wird, ist dabei besonders relevant. Gerade bei Suchen am Handy ist eine langsame Seite ein enormer Nachteil und kann eine gute Platzierung im Suchergebnis verhindern.

Wie schnell die eigene Seite ist, kann dabei einfach und kostenlos unter https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights getestet werden. Hier gibt es, sofern notwendig, von Google ausführliche Tipps zur Verbesserung.

Links

Ein Link zu einer Website ist mit einer Empfehlung vergleichbar. Viele qualitative Empfehlungen, also Links von anderen Websites, die auf die eigene Seite verweisen, machen Webseiten für Google relevant. Links können z.B. von Websites nahegelegener Arztpraxen, auf Blogs zu Gesundheitsthemen und auch über die Veröffentlichung von PR-Aussendungen zu Impf- oder anderen Vorsorgeaktionen entstehen. Links zu kaufen oder künstlich aufzubauen ist gegen die Richtlinien der Suchmaschinen, weil Ergebnisse unnatürlich beeinflusst werden. Derartige Aktionen führen häufig zu Rückreihungen in den Suchergebnissen.

Google My Business

Gerade bei Suchanfragen, bei denen lokale Ergebnisse angezeigt werden, blendet Google oft Standortinformationen ein. Im Google My Business Eintrag werden Informationen zum jeweiligen Betrieb oder Standort hinterlegt – von Öffnungszeiten, über die Telefonnummer bis zur Adresse. Dieses Service ist kostenlos und sollte unbedingt genutzt werden! Anmelden kann man sich unter www.google.at/business. (Abbildung)

Mit Suchmaschinenmarketing auf Augenhöhe mit den Großen werben

Suchmaschinenmarketing, also bezahlte Werbung in Suchmaschinen, wird oft mit dem Kürzel SEA (Search Engine Advertising) bezeichnet. Bei Google heißt dieses Tool AdWords.

Mit AdWords kann jeder werben. Die Gesamtausgaben werden mit einem maximalen Tagesbudget gedeckelt. Neben dem Werbebudget fließt in ein gut gewartetes Konto viel Zeit und Know-how. Know-how, das Firmen oft über Agenturen zukaufen oder selbst aufbauen müssen.

Für die Themen Gesundheit und Medizin gelten auf Google besondere Regeln: (http://bit.ly/1kdNevf) Werbung für Onlineapotheken ist nur dann zulässig, wenn eine entsprechende Registrierung beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen vorliegt. Außerdem dürfen in Anzeigen sowie auf Zielseiten keine Aussagen verwendet werden, die sich auf verschreibungspflichtige Arzneimittel beziehen. Für wirtschaftlich besonders interessante Themen wird es der einzelne Betrieb schwer haben, im kostenlosen Bereich weit nach oben zu kommen. Mit regionalem Fokus hat man aber die Chance, sich mit wenig Geld gut zu platzieren.

Anzeige und Inhalt müssen stimmig sein

Damit AdWords funktioniert, müssen alle Einzelelemente stimmig sein – kommen die gesuchten Inhalte auf der beworbenen Internetseite nicht vor, wird die Anzeige nicht gut funktionieren. Denn für die Werbung im Google Suchnetzwerk sind nicht Budget oder alleine der Klickpreis maßgeblich, sondern der Qualitätsfaktor der Anzeige. Dieser – von Google nach eigenene Kriterien festgelegte – Qualitätsfaktor multipliziert mit dem – vom werbenden Unternehmen festgelegten – maximalen Gebot pro Klick wird bei jeder Suche für jedes Keyword berechnet und bestimmt den Anzeigenrang. Wichtig dafür ist, dass die Anzeige zur Suchphrase passt und dass die Anzeige inhaltlich mir der beworbenen Zielseite übereinstimmt.

Laufende Verbesserungen bringen langfristige Erfolge

Fazit: Obwohl Onlineapotheken und Medikamentenversand durchaus hohe Sichtbarkeit in den Suchmaschinen erreichen, punkten niedergelassene Betriebe mit persönlicher Beratung und akutem Bedarf. Auch kleine Betriebe können sich sorgfältig um ihre Webpräsenz kümmern und ihre „SEO-Hausaufgaben“ machen. Gesucht wird online – wer als Antwort auf eine Suchanfrage erscheint, gewinnt neue Kunden und kann diese mit Service und guter Beratung langfristig für sich gewinnen. Jede erfolgreiche AdWords-Kampagne benötigt freilich strategische Planung sowie laufendes Monitoring und ständige Anpassungen. Dafür kann man mit einem vergleichsweise kleinen Budget viel erreichen.

Info

Autor und Unternehmen

Jan Königstätter beschäftigt sich seit mehr als zwölf Jahren mit dem Thema Webanalyse und Suchmaschinenoptimierung. Gemeinsam mit Markus Inzinger gründete er 2014 die Wiener Online-Marketing Agentur Otago Online Consulting.

Das Hauptaugenmerk von Otago Online Consulting liegt auf Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing. Eine hohe Sichtbarkeit im Web und in der Folge gesteigerter Umsatz und Kundenzuwachs sind einige der Ziele, die man sich am Anfang der Zusammenarbeit mit den Kunden setzt. Sowohl kleine als auch große Online-Projekte werden von Otago individuell und erfolgreich betreut.

www.otago.at


Jan Königstätter

, Apotheker Plus 7/2016

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