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Praxis 25. November 2005

Abgabenfreie Extras für Dienstnehmer

Prämien, Warengutscheine, Essensbons und anderes mehr. Bis zu einer bestimmten Höchstsumme sind diverse Geldleistungen an Mitarbeiter einer Ordination abgabenfrei.

Dienstgeber fragen sich immer wieder, was sie ihren Dienstnehmern steuer- oder sozialversicherungsfrei geben können. „Leider lässt der Gesetzgeber in solchen Dingen nur wenig Spielraum“, so Horst Jünger, Steuerberater aus Innsbruck. Trotzdem gibt es eine ganze Reihe von beliebten Zuwendungen, die unterschiedliche Auswirkungen haben. Die häufigste und beliebteste Form einer Mitarbeiterbelohnung ist laut Jünger die Prämie: „Welcher Dienstnehmer freut sich nicht über mehr Geld?“ Allerdings unterliegen Prämien der Lohnsteuer und auch der Sozialversicherung. Warengutscheine, Geschenkmünzen und Sachgeschenke können pro Dienstnehmer und pro Kalenderjahr in einer Gesamthöhe von maximal 186 Euro weitergeschenkt werden, ohne dass irgendwelche Abgaben zu bezahlen sind. „Für die korrekte Steuerabsetzbarkeit braucht man allerdings einen steuergerechten Beleg mit Firmenbezeichnung für die Buchhaltung“, betont Jünger.

Betriebsausflüge limitiert

Für Betriebsausflüge, Weihnachtsessen oder andere Betriebsfeiern sind maximal 365 Euro pro Dienstnehmer und pro Kalenderjahr steuerlich absetzbar. Auch hier gilt die Devise des steuergerechten Belegs für die Buchhaltung. „Am besten draufschreiben, welche Mitarbeiter mitgefeiert haben und welcher Anlass gegeben war“, empfiehlt Jünger. Man kann Dienstnehmern auch ein zinsenverbilligtes oder unverzinsliches Darlehen in Höhe von maximal 7.300 Euro pro Person gewähren, ohne dass davon Lohnsteuer oder Sozialversicherung berechnet werden müssen. Auch Arbeitskleidung bzw. deren Reinigung bietet Spielraum: Sofern es sich um eine typische Arbeitskleidung handelt, sind diese Aufwendungen steuer- und sozialversicherungsfrei.
Wenn Sie an Ihre Dienstnehmer Essensbons für Gaststätten ausgeben, müssen bestimmte Vorgaben eingehalten werden. An den Arbeitstagen muss ein Vollmenü (= Suppe oder Vorspeise und Hauptspeise) angeboten werden, die Essensbons gelten also nicht für Konditoreien, Bäckereien oder Fleischhauereien. Diese Essensbons dürfen den Wert von 4,40 Euro pro Arbeitstag nicht übersteigen. Für andere Betriebe wie Lebensmittelgeschäfte, Fleischhauereien, Fast-Food-Ketten oder Würstelstände darf man Essensbons nur im Wert von maximal 1,10 Euro pro Arbeitstag ausgeben. Entsprechen die Essensbons diesen Werten, dann sind sie lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Für Essensbons mit höheren Beträgen ist ein Sachbezug zu verrechnen. Im Betrieb zur Verfügung gestellte Getränke sind zur Gänze abgabenfrei.

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