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Gedruckte Fachzeitschriften sind „nützlich“ und „glaubwürdig“.
 
Praxis 20. Juli 2016

Ärzte hören zu, dann lesen sie, dann reden sie

Nach Fortbildungsveranstaltungen sind medizinische Fachzeitschriften Top-Quelle für Ärzte.

Medizinische Fachzeitschriften stellen die wichtigste Informationsquelle für niedergelassene Allgemeinmediziner und Fachärzte in Österreich dar. So lautet das Ergebnis einer jüngst durchgeführten repräsentativen Umfrage, für die das Spectra-Marktforschungsinstitut österreichweit 252 niedergelassene Ärzte interviewt hat.

Nach der wichtigsten Informationsquelle für ihre ärztliche Tätigkeit gefragt, nannten 64 Prozent der Ärzte spontan Fachzeitschriften und Ärztezeitungen. Von den berufsbezogenen Informationen, die von diesen Ärzten pro Woche genutzt werden, entfallen 39 Prozent auf die Inhalte von Fachzeitschriften. Das Nutzungsverhalten entspricht somit einer durchschnittlichen Lesedauer von rund 2 Stunden pro Woche. Allgemeinmediziner (38 %) und Fachärzte (40 %) nutzen medizinische Fachzeitschriften zudem gleich oft. Insgesamt investieren niedergelassene Ärzte in Österreich durchschnittlich 5 Stunden pro Woche in ihre Fortbildung.

„Die Ergebnisse der Umfrage sprechen für den großen persönlichen Einsatz, mit dem sich Mediziner hierzulande ihrer kontinuierlichen Fort- und Weiterbildung widmen“, sagt der Präsident des Wissenschaftlichen Beirats der Österreichischen Akademie der Ärzte und Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich, Dr. Peter Niedermoser.

Von allen verfügbaren Informationsquellen haben gedruckte medizinische Fachzeitschriften mit 97 Prozent die höchste Reichweite: Nur 3 Prozent aller Befragten haben in den vergangenen vier Wochen keine Fachzeitschrift gelesen. Viele „modernere“ Channels wie Online-Fortbildungen und Demonstrationsvideos im Internet (63 % bzw. 59 %), Industrie-gesponserte elektronische Newsletter (61 %) oder gesponserte Webportale (41 %) werden von den befragten Ärzten deutlich seltener genutzt oder sind vielen überhaupt noch nicht bekannt.

Generell wird der subjektive Nutzen durch das Lesen medizinischer Fachzeitschriften von niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Fachärzten als sehr hoch eingestuft. Die überwiegende Mehrheit aller Befragten gibt an, nach dem Lesen eines Artikels schon einmal die Anwendung einer bestimmten Therapieoption in Erwägung gezogen oder nach weiterführenden Informationen zum Thema gesucht zu haben.

Neben dem Besuch von Fortbildungsveranstaltungen erhalten medizinische Fachzeitschriften in der persönlichen Bewertung vielfach die zweitbeste Bewertung. Besonders gut ist die Bewertung hinsichtlich „nützlich/nutze ich am liebsten“, „Glaubwürdigkeit“ und „erste Wahl für Informationen über therapeutische Möglichkeiten und Präparate“. Dabei erhielten Fachzeitschriften sogar eine deutlich bessere Bewertung als Gespräche mit Kollegen, Pharmareferenten und Informationen aus dem Internet.

Jeder dritte Arzt (35 %) bewertet medizinische Fachzeitschriften unter allen Informationsquellen als am glaubwürdigsten. Gegenüber der Informationsbeschaffung aus dem Internet werden vor allem die bessere Optik (übersichtliche Gestaltung: 69 %, gut lesbar: 68 %, Werbung stört weniger: 64 %), die Glaubwürdigkeit (vertrauenswürdig: 51 %, gesicherte Qualität der Information: 51 %), die angenehme und effiziente Art der Nutzung und die Leseintensität ( genannt.

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