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Praxis 24. November 2005

Was bringt Operating-Leasing?

Das Auto ist nicht nur der Ärzteschaft liebstes Spielzeug. Auch die Berater in Sachen Autokauf wollen eine möglichst gute Abschreibmöglichkeit für den fahrbaren Untersatz anbieten können.

Ein Stichwort in diesem Zusammenhang ist das sogenannte Operating-Leasing. Man kann es als Mischform zwischen einem Leasingvertrag und einer Miete sehen, in Wirklichkeit ist der Unterschied aber kaum spürbar. Wesentliches Detail beim Operating-Leasing ist der Verzicht auf das Andienungsrecht, das Kfz wird also nach der Leasingphase einfach dem Eigentümer zurückgegeben, ohne Anrecht auf einen Kauf.

Somit werden die Kosten für ein Auto, das man für fünf Jahre zu nutzen gedenkt, auch wirklich auf fünf Jahre aufgeteilt. Zur Erinnerung: Sowohl beim „normalen“ Leasing als auch beim Kauf müssen die Anschaffungskosten zunächst auf acht Jahre abgeschrieben werden. Wird das Kfz dann beispielsweise nach fünf Jahren verkauft, wird im fünften Jahr der noch nicht abgeschriebene Rest steuerlich wirksam, das ist immerhin der halbe Wert. Anbieter von Operating-Leasing machen sich in der Argumentation genau diesen Vorteil zunutze. Ein Steuereuro, den man sich heute sparen kann, ist schließlich mehr wert, als ein Steuereuro im nächsten oder übernächsten Jahr gespart. Was ist dran an diesen Argumenten? PRAXIS & WIRTSCHAFT hat nachgerechnet.

Gesamtaufwand überprüfen

Zunächst muss der Gesamtaufwand überprüft werden. Wir betrachten ein Kfz mit einem Neupreis von 30.000 Euro, das nach fünf Jahren noch etwa 30 Prozent seines Wertes (9.000 Euro) haben wird. Das vorliegende Angebot für Operating-Leasing ergibt bei einer Monatsrate von 462,79 Euro einen Gesamtaufwand von 27.767,12 Euro. Diese Summe muss jetzt einem Restwert-Leasing und einem vergleichbaren Kreditkauf gegenübergestellt werden.

Vergleich mit Kredit und konventionellem Leasing

Eine vergleichbare Kreditrate macht 434,62 Euro aus, in Summe 26.077,08 Euro, Leasing konventionell gibt es um 443,24 Euro (26.594,58 Euro) - sieht also nach einer satten Ersparnis zugunsten des Kredits aus. Was geschieht zum Schluss? Beim Operating-Leasing wird das Kfz einfach abgegeben, beim Kauf und beim Leasing ein Verkauf zum Restwert unterstellt, also auch ein Nullsummenspiel. Der Vorteil beim Bestoffert (also Kauf) gegenüber dem Operationg-Leasing beträgt somit knapp 1.700 Euro über die Laufzeit. Was geschieht nun, wenn die Vorteile der kürzeren „Abschreibung“ eingerechnet werden? Zu diesem Zweck muss man die Zahlungsflüsse inkl. Steuer berechnen und abzinsen. Bei einem Kalkulationszinssatz von fünf Prozent beträgt der Unterschied nur noch 680 Euro – allerdings immer noch zugunsten des Kaufs.

Die Moral von der Geschicht´: Steuervorteile sind zwar verlockend, aber auch die Qualität des Angebots muss stimmen. In unserem Fall ist offenbar das Angebot so schlecht, dass trotz eindeutigem Steuervorteil für das Operating-Leasing kein Gesamtvorteil abgeleitet werden kann.

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