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© Valida Holding AG
Mag. Martin Sardelic CEO der Valida Holding AG
 
Praxis 24. Mai 2016

Nachgefragt beim betrieblichen Vorsorge-Experten

„Die Valida Vorsorge Management“ fungiert als Kompetenzzentrum der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) und der UNIQA Insurance Group AG für Lösungen der betrieblichen Vorsorge. Im Interview mit der Ärzte Woche erläutert der Vorstandsvorsitzende der Valida Holding AG Mag. Martin Sardelic die Vorteile eines Umstieges auf die Abfertigung Neu und warum sich eine Pensionskassenlösung in der Arztpraxis nicht nur als Benefit zur Mitarbeiterbindung lohnt.

Warum soll der niedergelassene Arzt langjährigen Mitarbeitern empfehlen, auf die Abfertigung Neu umzusteigen?

Sardelic: Mitarbeiter mit Dienstverträgen, die vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, können von der Abfertigung Alt in die Abfertigung Neu übertreten. Bei einem solchen Vollübertritt wird das fiktive Guthaben der Abfertigung Alt in die Betriebliche Vorsorgekasse des Arbeitgebers übertragen. Der Arzt hat ab diesem Zeitpunkt sämtlichen organisatorischen Aufwand in die Vorsorgekasse ausgelagert und kann seine Kosten kontinuierlich mit 1,53 Prozent der Bruttolöhne planen. Besonders empfehlenswert ist ein Vollübertritt für Familienbetriebe dann, wenn die angestellten Familienangehörigen nach 25 Dienstjahren das Maximum der Abfertigung Alt (ein Jahresgehalt) erreicht haben. Wird dann der Anspruch in die Vorsorgekasse übertragen, erhöht sich die Abfertigung um die laufenden Zahlungen in der Höhe von 1,53 Prozent des Bruttogehaltes. Überweist man die Abfertigung Alt dann noch in fünf Raten, können weitere sechs Prozent für die Familie gesichert werden. Das Vermögen der Firma fließt betriebsausgabenwirksam in die Familie und einer reibungslosen Betriebsübergabe steht nichts mehr im Wege. Weiters ist dadurch auch die steuerfreie Zusatzpension möglich.

Welche Vorteile bringt es dem niedergelassenen Arzt, eine Pensionskassenlösung für seine Mitarbeiter abzuschließen?

Sardelic: Pensionskassenlösungen sind im Gegensatz zur Abfertigung nicht verpflichtend, aber ein sehr gefragter „Fringe Benefit“ zur Mitarbeiterbindung. Besonders empfehlenswert sind Pensionskassenlösungen – ebenso wie der bereits geschilderte Vollübertritt – bei Familienbetrieben. Wenn beispielsweise der Ehepartner eines Arztes oder einer Ärztin als Sprechstundenhilfe arbeitet, kann der Arzt/ die Ärztin für sie oder ihn laufende Beiträge in die Pensionskasse bezahlen. Das Guthaben ist dann Sondervermögen des Ehepartners. So wird Firmenvermögen zu Privatvermögen.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Marktsituation und Performance der heimischen Pensionskassen insgesamt – und die der Valida Pensionskasse im Besonderen?

Sardelic:Die Valida Pensionskasse erzielte 2015 in einem sehr herausfordernden Kapitalmarktumfeld eine Performance von 1,90 Prozent. Seit Beginn der einheitlichen Berechnungsmethode 1998 liegt unser Durchschnittswert bei 4,22 Prozent pro Jahr – also ein aus Kundensicht erfreulicher Wert. Pensionskassenleistungen sind prinzipiell variabel und werden jährlich in der Höhe angepasst. In erfreulichen Kapitalmarktzeiten hat man gute Chancen auf Erhöhungen. Wer in seinem Ruhestand eine Kapitalgarantie bevorzugt, kann zum Pensionsantritt in die sogenannte „Sicherheitspension“ wechseln.

Das Gespräch führte Volkmar Weilguni

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