zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 17. August 2005

Finanz prüft auch schon elektronisch

Die Prüfungsabteilungen der Finanzämter sind mittlerweile vollständig mit tragbarer EDV ausgestattet. Das macht die Prüfer natürlich auch bei Betriebsprüfungen von Ärzten datenhungrig.

„Ärzte mit elektronischer Buchhaltung sind grundsätzlich verpflichtet, den Prüfern EDV-Daten beispielsweise auf Disketten zugänglich zu machen“, sagt Mag. Wolfgang Leonhart von der auf Ärzte spezialisierten gleichnamigen Kanzlei in Wien. Konkret handelt es sich um die Verpflichtung, im Rahmen aller für die Buchhaltung relevanten EDV-Abläufe Druckdateien zu speichern und auf Verlangen beizustellen.„Dies umfasst jedoch nicht nur die eigentliche Buchhaltung“, so Leonhart. „Es sind auch alle Programmabläufe betroffen, durch die Daten mittels EDV an die Buchhaltung übergeben werden.“ Ein Beispiel dafür sind Verrechnungsprogramme für Honorare. Laut Leonhart sind nicht alle selbst buchenden Ärzte mit Programmen ausgestattet, welche die notwendige Exportfunktion haben: „Wenn die Buchhaltung jedoch beim Steuerberater geführt wird, ist das Problem erledigt, denn dieser ist für die Datenübergabe bestens gerüstet.“ Ein entsprechender Erlass regelt im Übrigen ganz genau, in welchem Datenformat die Übergabe der Buchhaltungsdaten erfolgen muss. Laut Leonhart ist der Arzt hingegen nicht verpflichtet, die von ihm eingesetzte Hard- und Software, aus der die aufzubewahrenden Datenträger erstellt werden, gleichfalls während der gesetzlichen siebenjährigen Aufbewahrungsdauer zu horten. Wurde das System bereits erneuert, ist die Finanz am Zug. Dort sind ohnehin entsprechende Einrichtungen vorhanden, die Datenträger unterschiedlichster Herkunft noch nach Jahren lesbar machen können.

Kein direkter Datenzugriff

Ein direkter Datenzugriff auf die Bestände eines Unternehmens ist den Prüfern laut Ministerium untersagt. „Die EDV-gestützte Betriebsprüfung ist eine Prüfung von Ergebnissen, die eben nicht auf Papier, sondern auf Datenträger zur Verfügung gestellt werden müssen“, betont Leonhart. Mit dem zur Verfügung gestellten Material können vom Finanzamt statistische Auswertungen auch bei großen Datenmengen mit relativ geringem Zeitaufwand erstellt werden. So lassen sich beispielsweise doppelt verbuchte Ausgaben wesentlich leichter als bisher aufspüren. Gesetzliche Geheimhaltungs-verpflichtungen muss der Prüfer natürlich in jedem Fall beachten. Ein Beispiel dazu: Die Namen der Patienten eines Arztes darf er nach wie vor weder auf Papier noch als Datei verlangen. Die einem Prüfer zur Verfügung gestellten Daten können zwar eingelesen und ausgewertet, sie können und dürfen aber nicht verändert werden. Der Betriebsprüfer erhält lediglich das Druckfile, das er lesen kann. Es ist ihm somit nicht möglich, Rechenoperationen oder beispielsweise Umbuchungen vorzunehmen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben