zur Navigation zum Inhalt
© Syda Productions / fotolia.com
 
Praxis 30. November 2015

Die Steuerreform im Überblick

Teil 2: Das Finanzministerium ist nicht nur an Kassa-, sondern auch an Bankbelegen interessiert.

Das Steuerrecht zeichnet sich durch Dynamik aus. Das beweist die jüngste Steuerreform, die Entlastungen und Vereinfachungen bringt, aber auch verschärfte Kontrollmaßnahmen für viele Wirtschaftstreibende, etwa für Ärzte.

Zu den bereits öffentlich bekannten Verschlechterungen zählt die Anhebung der Grunderwerbsteuer. Bisher kosten Übertragungen 2 Prozent des dreifachen Einheitswertes. Ab 2016 sind je nach Wert der Immobilie 0,5 bis 3,5 Prozent vom Verkehrswert zu berappen.

Ebenfalls breit und kontroversiell diskutiert ist die Registrierkassenpflicht. Auf Unternehmer und Freiberufler kommen neue Belastungen zu. Ab dem kommenden Jahr müssen alle Ärzte, die mehr als 15.000 Euro umsetzen und 7.500 Euro davon bar vereinnahmen, manipulationssichere Registrierkassen haben. Außerdem sind sie verpflichtet, Belege an Patienten auszustellen.

Das Finanzministerium ist an Bankbelegen interessiert. Durch ein zentrales Kontenregister sollen die Geldflüsse von Steuerpflichtigen anlässlich einer Finanzprüfung kontrolliert werden können.

Wenig erfreulich ist auch die Erhöhung der Umsatzsteuer von 10 Prozent auf 13 Prozent auf Tiere, Futtermittel, Holz, Kinovorführungen und Museumsbesuche.

Erhöhungen gibt es auch bei der Kapitalertragsteuer, die seit heuer 27,5 Prozent beträgt, und der Immobilienertragsteuer, die auf 30 Prozent angehoben wurde.

Schluss mit lustig auch für den Verlustausgleich bei der stillen Gesellschaft und Kommanditgesellschaft. Verluste können in vielen Fällen nur noch in der Höhe der Einlage verrechnet werden ( www.medplan.at ).

Astrid Schwödt, Ärzte Woche 49/2015

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben