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Praxis 17. August 2005

Den Finanzminister zur Kasse bitten

Dr. Thomas Taut, selbständiger Wirtschaftsberater, sieht die Steuersituation in Österreich nicht nur pessimistisch. Immerhin gibt es eine ganze Reihe staatlicher Prämien und Zuschüsse, die sich auch Ärzte heuer noch sichern können.

„Die Investitionszuwachsprämie war mit dem Konjunkturpaket 2002 eingeführt und bis Ende 2004 verlängert worden“, nennt Taut ein konkretes Beispiel. „Der Staat subventioniert noch heuer die über dem Durchschnitt der letzten drei Jahren liegenden Mehrinvestitionen in neue, verbrauchbare Wirtschafts-güter.“ Ohnehin geplante Investitionen sollten also vorgezogen werden, um noch 2004 höhere Steuervorteile zu erzielen. Die Anerkennung dieser Aufwendungen als Betriebsausgabe wird selbstverständlich auch in Zukunft bleiben, aber die zehnprozentige zusätzliche direkte Förderung läuft wohl unwiderruflich aus. Ebenfalls mit dem Konjunkturpaket 2002 war laut Taut der Bildungsfreibetrag von neun auf 20 Prozent erhöht und inhaltlich ausgeweitet worden. Dadurch ist es möglich, externe wie interne Maßnahmen zur betrieblichen Mitarbeiterfortbildung steuerlich in Summe sogar zu 120 Prozent geltend zu machen.

Geförderte Pensionsvorsorge

Anfang 2003 wurde mit der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge eine wichtige Stütze der privaten Altersvorsorge eingeführt. Wird hier noch heuer der volle Jahresbetrag in Höhe von 1.900 Euro einbezahlt, dann gibt die Finanz die gesamte Jahresprämie von 170 Euro dazu. Die Höhe der Prämie berechnet sich aus der Höchstbeitragsgrundlage der gesetzlichen Sozialversicherung und wird mit dieser jährlich angehoben. Im nächsten Jahr wird sie bereits bei 180 Euro liegen. Wenn sich diese Prämien nur mit fünf Prozent pro Jahr verzinsen, beläuft sich der komplette Vorteil über eine Laufzeit von 25 Jahren laut Taut auf rund 14.000 Euro. „Dieses Geschenk liegt für jeden in Österreich unbeschränkt Steuerpflichtigen bis 65 bereit, unabhängig vom Einkommen oder sonstigen Zuschüssen aus anderen prämienbegünstigten Vorsorgeeinrichtungen“, erklärt der Steuerexperte. Zusätzlich zur Deckung der eigenen Pensionslücke können Eltern so auch schon in frühen Jahren einen Grundstock für ihre Kinder aufbauen. Die angepeilte Rendite sollte leicht zu erreichen sein. Nach fast zwei Jahren liegen die ersten Zwi-schenergebnisse vor: Die besten Vertreter dieser Veranlagungsform haben laut Taut sogar Jahresrenditen über 15 Prozent erzielt.

Klassiker Bausparen

Vergleichsweise moderat gefördert, aber dennoch bereits ein Klassiker ist das Bausparen. Die staatliche Prämie bleibt zwar aufgrund der nach wie vor historisch niedrigen Zinsen gegenüber 2003 mit 3,5 Prozent unverändert niedrig, wird aber noch heuer der volle Jahresbetrag von 1.000 Euro einbezahlt, legt der Staat die gesamte Jahresprämie von 35 Euro drauf. Über sechs Jahre Laufzeit summiert sich diese Prämie samt Verzinsung auch auf fast 200 Euro.

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