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Praxis 17. August 2005

Steuertipps zum Jahresende

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. In wenigen Wochen ist 2004 Geschichte. Retten, was zu retten ist, lautet die Devise – im konkreten Fall jene Euro, auf die das Finanzamt verzichtet, wenn Sie Ihre Ansprüche geltend machen.

Für 2005 gibt es eine Steuerreform, die jedem ein paar Euro mehr im Geldbörsel lassen soll. Leider gibt es 2005 voraussichtlich eine Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung, der Selbstbehalt in den Spitälern könnte steigen, die Rezeptgebühr angehoben werden. Für Dieseltreibstoff steht eine Erhöhung der Mineralölsteuer ins Haus und bei der Tabaksteuer kommen ein paar Cent dazu. Wird wohl wieder nichts werden mit mehr Geld in der Brieftasche. Höchste Zeit, sich zu überlegen, ob 2004 noch der eine oder andere Steuereuro gespart werden kann, ob es sinnvoll ist, noch die eine oder andere Investition zu tätigen. PRAXIS & WIRTSCHAFT hat zusammengestellt, welche Möglichkeiten es für Sie als Arzt noch gibt.

Investitionszuwachsprämie läuft endgültig aus

Zum wahrscheinlich doch endgültig letzten Mal bekommen Sie im Jahr 2004 zehn Prozent des Investitionszuwachses direkt auf Ihr Finanzamtskonto gutgeschrieben. Als Vergleichsgröße ist der Durchschnitt der Investitionen der letzten drei Jahre heranzuziehen. Begünstigt sind mit Ausnahmen ungebrauchte, bewegliche, körperliche Wirtschaftsgüter. Da die Prämie letztmalig beansprucht werden kann, zahlt es sich im Regelfall aus, für 2005 geplante Investitionen vorzuziehen. Die Anlagegüter müssen im Jahr 2004 weder bezahlt noch in Betrieb genommen werden. Es reicht, dass Sie die Verfügungsmacht erlangen, also das Investitionsgut geliefert bekommen. Durch Vorziehen von Betriebsausgaben für das Jahr 2005 in das Jahr 2004 kann das steuerliche Ergebnis gesenkt werden. Es dürfen aber nur Ausgaben geltend gemacht werden, die tatsächlich das Jahr 2005 betreffen, nicht auch 2006.

Zuwendungen ohne Lohnnebenkosten

Der Abschluss von Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen ist bis zu 300 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer nach wie vor steuerfrei. Es besteht die Möglichkeit, für Arbeitnehmer einen Pensionskassenvertrag abzuschließen. Im Regelfall wird das beitragsorientierte Modell gewählt, bei dem maximal zehn Prozent des Jahresbruttoeinkommens in die Pensionskasse eingezahlt werden können. Für diese Beiträge müssen keine Lohnnebenkosten bezahlt werden. Sachzuwendungen an Arbeitnehmer als (Weihnachts-)Geschenk sind innerhalb eines Freibetrages von 186 Euro steuerfrei, das gilt auch für Gutscheine und Goldmünzen. Achten Sie darauf, dass alle Geschenke während des Jahres zusammengezählt werden. Zusätzlich zu den für Mitarbeiter aufgewendeten Aus- und Fortbildungskosten können Unternehmer einen Bildungsfreibetrag in Höhe von 20 Prozent geltend machen. Dieser Freibetrag darf aber nur direkte Kosten, wie beispielsweise Kurs- oder Lehrgangsgebühren, und Honorare für Vortragende betreffen.

Vorsicht bei Fremdwährungskrediten

Sollten Sie Ihren Betrieb mit Fremdwährungskrediten finanziert haben, dann beachten Sie, dass während des Jahres entstandene Kursgewinne und -verluste zu versteuern sind, wenn Sie den Kredit zurückgezahlt oder in eine andere Währung gewechselt haben. Kursgewinne bzw. -verluste im privaten Bereich sind nur dann zu versteuern, wenn innerhalb eines Jahres nach Kreditaufnahme von der Fremdwährung in den Euro gewechselt wird.

Außergewöhnliche Belastungen

Wenn die Herstellung eines Breitband-Internetanschlusses zwischen dem 30. April 2003 und dem 1. Jänner 2005 anfällt, sind die einmaligen Herstellungskosten bis zu einem Betrag von maximal 50 Euro absetzbar. Auch die laufenden Grundentgelte können als Sonderausgaben bis zu einem Betrag von maximal 40 Euro monatlich steuerlich geltend gemacht werden. Ein weiteres Thema sind Spenden, die an jene Institutionen gezahlt werden, welche die Finanz in eine Liste aufgnommen hat. Die Liste enthält Forschungseinrichtungen, diverse Fonds und Museen. Dafür aufgewendete Beträge können als Sonderausgaben angeführt werden. Ausgaben für ärztliche Leistungen, Medikamente, Spital, Zahnbehandlungen oder medizinisch notwendige Kuraufenthalte können im Jahr der Bezahlung geltend gemacht werden. Steuerwirksam werden diese jedoch erst, wenn der vom Einkommen abhängige Selbstbehalt in Höhe von sechs bis 12 Prozent (je nach Einkommen) überschritten wird. Für andere Belastungen, wie beispielsweise Unterhaltszahlungen, Behinderungen oder auswärtige Berufsausbildungen, gibt es fixe Absetzbeträge. Im Oktober hat wieder die Anspruchsverzinsung begonnen. Wenn Sie eine größere Nachzahlung für das Jahr 2003 erwarten, können Sie, auch ohne den Bescheid in Händen zu halten, diesen Betrag an das Finanzamt bezahlen. Ansonsten müssen Sie dafür 3,47 Prozent Zinsen per anno einkalkulieren. Für Gutschriften bekommen Sie Gutschriftzinsen in gleicher Höhe.

Spekulationsgewinne

Wenn Sie im Jahr 2004 einen Spekulationsgewinn realisiert haben, sollten Sie rechtzeitig über-prüfen, ob dieser durch einen Spekulationsverlust zumindest ausgeglichen werden kann. Dazu können beispielsweise Aktien, die Sie innerhalb der letzten zwölf Monate erworben und mit denen Sie einen Verlust erwirtschaftet haben, verkauft werden. Es hindert Sie niemand daran, diese Aktien einige Tage später zurückzukaufen. Zum 31. Dezember 2004 läuft die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Aufzeichnungen des Jahres 1997 aus. Diese können daher ab 1. Jänner 2005 vernichtet werden. Belege, die mit anhängigen Berufungsverfahren oder Grundstücken in Verbindung stehen, sind weiterhin aufbewahrungspflichtig. Selbstverständlich gilt dies auch für nach wie vor gültige Verträge. Bis Ende 2004 können Sie noch die Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 1999 nachholen. Für das Jahr 2004 haben Sie noch bis 2009 Zeit.

Mag. Manfred Kenda, Ärzte Woche 40/2004

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