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Praxis 17. August 2005

Fortbildungsreisen als Steuerfaktor

Fortbildungsreisen waren der Finanz schon immer ein Dorn im Auge, weil sich in diesem Bereich natürlich Spielraum ergibt, betriebliche Notwendigkeiten zu Ungunsten des Finanzamtes mit privaten Interessen zu mischen. Deshalb muss die Planung und Durchführung der Reise entweder im Rahmen einer lehrgangsmäßigen Organisation oder sonst in einer Weise erfolgen, die die zumindest überwiegend berufliche Bedingtheit einwandfrei erkennen lässt. Als Grundvoraussetzung gilt, dass die Reise dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit bietet, Kenntnisse zu erwerben, die eine einigermaßen konkrete Verwertung in seinem Beruf zulassen. Das Reiseprogramm und seine Durchführung müssen derart einseitig und nahezu ausschließlich auf interessierte Teilnehmer der Berufsgruppe des Steuerpflichtigen abgestellt sein, dass sie jeglicher Anziehungskraft auf andere als in der spezifischen Richtung beruflich interessierte Teilnehmer entbehren. Allgemein interessierende Programmpunkte dürfen zeitlich gesehen nicht mehr Raum als jenen einnehmen, der während der laufenden Berufsausübung als Freizeit regelmäßig zu anderen als beruflichen Tätigkeiten verwendet wird. Dabei ist von einer durchschnittlichen Normalarbeitszeit von acht Stunden täglich auszugehen. Auch außerhalb formal organisierter Kongress- und Seminarveranstaltungen können Fortbildungsaktivitäten anfallen, etwa Gastaufenthalte in Kliniken und Spitälern, um eine neue Behandlungsmethode kennenzulernen. In diesem Fall ist anzuraten, eine Dokumentation des Tagesablaufes zusammen mit einer Bestätigung der jeweiligen Institution aufzuheben.

www.leonhart.at, Ärzte Woche 29/2004

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