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Praxis 17. August 2005

Lust auf einen Betriebsausflug?

Die schöne Jahreszeit regt zur Überlegung an, wohin der diesjährige Betriebsausflug gehen soll. „Selbstverständlich möchte der Arzt als Unternehmer, dass sämtliche Kosten dafür steuerlich absetzbar sind, der Finanzminister also seinen Teil zum Gelingen des Betriebsausfluges beiträgt“, so Mag. Manfred Kenda, Steuerberater in Klagenfurt. Das österreichische Steuerrecht sieht in seinen Richtlinien Steuerfreiheit für die Mitarbeiter vor, wenn die Vorteile sowohl für die Teilnahme als auch die hierbei empfangenen Sachzuwendungen angemessen sind. „Dies ist dann gewährleistet“, so Kenda, „wenn der Vorteil aus der Teilnahme an einer Betriebsveranstaltung für einen Mitarbeiter nicht mehr als 365 Euro jährlich beträgt. Sach-zuwendungen können zusätzlich 186 Euro jährlich betragen.“ Bis zu diesen Beträgen gibt es laut Kenda keine Probleme, weder auf Arbeitgeber- noch auf Arbeitnehmerseite. „Sollte ein Betriebsausflug mehr kosten, so ist das in der Judikatur nicht abschließend geregelt“, weiß Kenda. Dabei geht es weniger um die Absetzbarkeit für den Unternehmer als vielmehr um die Lohnnebenkosten für den Arbeitnehmer. Sollten bei einer Prüfung die Ausgaben nicht anerkannt werden, kommt es laut Kenda zur Nachzahlung aller Lohnnebenkosten. Der Verwaltungsgerichtshof hat dazu erkannt, dass die Kosten das herkömmliche Ausmaß nicht übersteigen dürfen: „Das variable Ausmaß sei danach zu beurteilen, um welche Art von Betriebsveranstaltungen es sich handle und bis zu welchem Ausmaß pro Beschäftigtem üblicherweise Kosten unter den Gesichtspunkten der Art und Größe des Betriebes und insbesondere der durch den Grad der Vorbildung bestimmten Qualifikation der Beschäftigten aufgewendet werden.“
Zusätzlich wird geprüft, ob ähnliche Betriebe, also Arztpraxen, vergleichbare Veranstaltungen überhaupt durchführen. Wer also z.B zum Betriebsjubiläum eine größere Reise mit den Mitarbeitern unternehmen will, sollte dies vorher mit seinem Steuerberater besprechen. Kenda weist darauf hin, dass im Falle einer Betriebsprüfung der gesamte Aufwand unter Umständen nicht anerkannt wird und es zur Nachzahlung von Lohnnebenkosten kommen kann.

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