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Praxis 25. November 2005

Steuertipps rund ums Auto

Die Thematik rund um das ärztliche Auto ist vielschichtig. Das weiß auch Fritz Bauer, Unternehmensberater aus Trofaiach, der als Referent beim zweiten Teil des Wirtschafts- und Steuerseminars der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin referierte.

„Das Auto hat wie keine andere Ausgabenposition im Betrieb des Arztes einen Bezug zum Privatbereich“, so Bauer. „Das macht es auch so beliebt und angreifbar bei Betriebsprüfungen. Gründe dafür gibt es viele. Einer ist die so genannte Luxustangente, also eine Art steuerliche Obergrenze für Autos.“ Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsgütern wird bei Autos nämlich festgelegt, was sie aus steuerlicher Sicht maximal kosten dürfen. Dieser Betrag, der ab 2005 von rund 34.000 Euro auf 40.000 Euro erhöht wurde, darf natürlich überschritten werden. Das hat aber Konsequenzen.

Ursprünglicher Neupreis ist maßgebend

Bauer rechnet vor: „Wenn ein Fahrzeug einen Neupreis von 60.000 Euro hat, sind von den Anschaffungskosten samt Zinsen sowie von der eventuell vorhandenen Kaskoversicherung schon einmal nur zwei Drittel steuerlich absetzbar. Dummerweise gilt das für alle Autos, die jünger als fünf Jahre sind, auch bei diesen wird der ursprüngliche Neupreis als Grundlage herangezogen, auch wenn sie schon wesentlich preiswerter zu haben sind.“ Bei Betriebsprüfungen immer umstritten ist das Ausmaß der privaten Nutzung. In aller Regel werden Ärzteautos nämlich sowohl betrieblich als auch privat genutzt. Auch in diesem Falle gilt es Spielregeln einzuhalten. Das Ausmaß der privaten Nutzung ist mittels Plausibilitätsberechnung oder Fahrtenbuch zu ermitteln und in Form eines steuerlichen Privatanteils aus der Buchhaltung auszuscheiden.

In welchen Konstellationen sich Kilometergeld rechnet

„Wobei dies nur für Fahrzeuge mit einer betrieblichen Nutzung von mehr als 50 Prozent gilt“, so Bauer. Bei geringerer Nutzung „darf“ auch das amtliche Kilome­tergeld zum Ansatz gebracht werden. „Darf“ wird deshalb verwendet, da es durchaus Konstellationen gibt, bei denen sich Kilome-tergeld rechnen würde. Dies kann bei relativ preiswerten Autos der Fall sein, etwa bei Kleinwägen oder Gebrauchtwägen. „Aber auch bei größeren Autos und entsprechender Kilometerleistung könnte sich ein Vorteil ergeben, nicht umsonst hat die Finanz das maximale Volumen für Kilometergeldabrechnung bei 30.000 Kilometer pro Jahr angesetzt“, erklärt Bauer. Was Ärzte aber üblicherweise am meisten schmerzt, drückt der Fachmann durch den Begriff „Amortisationskomponente“ aus. Ein Auto muss nämlich auf acht Jahre abgeschrieben werden, selbst wenn es nur fünf Jahre halten soll. Schließlich gibt es Autofinanzierungen üblicherweise auch nur bis zu dieser Größenordnung.

Steuerliche Gleichschaltung

Wer also über Leasing finanziert, muss diese Komponente aus der Leasingrate herausrechnen. „Das bedeutet, dass pro Jahr nur der Teil der Leasingrate abgeschrieben werden darf, welcher der Abschreibung bei Kauf entspricht“, so Bauer. Der Rest kommt auf „Wartetaste“ und darf nach der Leasingdauer abgeschrieben werden. De facto sorgt das für eine steuerliche Gleichschaltung zwischen Kauf und Leasing. Das führt uns zur Wahl der optimalen Finanzierungsform. In aller Regel sind Kauf und Leasing von der Größenordnung als gleichwertig zu sehen. Mit Operating-Leasing hat sich eine neue Finanzierungsform etabliert, die einer Miete näher steht als einem Kauf. Mit dieser Begründung entfällt die Angleichung an die Abschreibedauer. Die Folge ist ein Zinsgewinn von knapp 1.000 Euro bei einem Fahrzeug um 40.000 Euro Neupreis, die etwas höhere Rate wird dadurch fast ausgeglichen. Einziger Unterschied zwischen allen drei Finanzierungsformen ist das Verwertungsrecht. Ein Käufer muss die Konsequenzen eines stärkeren Wertverlustes tragen, kann das Auto aber auch bei einem höheren Wert als dem kalkulierten Restwert zu seinen Gunsten veräußern. Der Leasingnehmer beim Operating-Leasing hat offiziell keine Wahl, er gibt das Fahrzeug zurück und kann daher auch nicht profitieren, wenn es noch mehr wert sein sollte. Einzig beim normalen Leasing hat der Leasingnehmer ein Wahlrecht, den echten Restwert zu seinen Gunsten zu nutzen.

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