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Praxis 17. August 2005

Mehr Transparenz für die Finanz

Rückwirkend auf das Veranlagungsjahr 2003 wurde die Verpflichtung zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung eingeführt. Damit ist die Durchleuchtung „heikler“ Ausgaben viel früher als bisher möglich.

„Bisher musste lediglich die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung der Einkommensteuererklärung beigelegt werden“, so Dr. Karl Braunschmid beim Praxis&Wirtschaft-Gründungsseminar in Linz. Die Einnahmen und Ausgaben konnten obendrein beliebig gegliedert werden. Ab 2003 ist zusätzlich zur Einkommensteuererklärung das neue Formular „E1a“ auszufüllen, gegebenenfalls auch das Formular E1b. Daher sind einige Einnahmen und Ausgaben gesondert aufzugliedern und der Finanz transparenter als bisher darzustellen (siehe Kasten).
Laut Braunschmid beabsichtigt die Finanz damit die Durchleuchtung „heikler“ Ausgaben bereits in der Steuererklärung: „Wenn man sich die Ausgabengruppen ansieht, ist unschwer zu erkennen, dass genau jene Ausgaben, auf welche die Finanz besonderes Augenmerk legt, gesondert auszuweisen sind.“ So ist beispielsweise auf einen Blick ersichtlich, zu welchem Buchwert ein Anlagegut ausscheidet und welcher Entnahmewert dem gegenübersteht. Werden Instandhaltungen in der Ordination durchgeführt, wird es bei größeren Ausgaben vor Bescheiderlassung und nicht erst bei einer Betriebsprüfung zu entsprechenden Kontrollen kommen.

Daten per Knopfdruck

Weiters hat die Finanz zukünftig per Knopfdruck einige Daten zur Hand: Einerseits den Vergleich mit den eigenen Vorjahren, andererseits auch einen mit anderen Ärzten. „Abweichungen vom Durchschnitt fallen daher sofort auf“, so Braunschmid. So werden einige Kennzahlen in Zukunft leicht zu ermitteln sein: Beispielsweise der Personalaufwand im Vergleich zum Umsatz, der Medikamenteneinkauf im Vergleich zum Verkauf, aber auch der Zinsaufwand im Vergleich zu den betrieblichen Investitionen. Bei ungewöhnlichen Abweichungen wird es daher sofort zu Fragen des Finanzamtes kommen und in der Folge sicher zu vermehrten Betriebsprüfungen. Der Betriebsprüfungszeitraum wird wahrscheinlich von drei auf fünf Jahre verlängert. Die Verpflichtung zur elektronischen Einreichung der Steuererklärungen und die besonderen Aufgliederungen führen zu einer Verwaltungserleichterung bei den Finanzämtern, aber zu einem erheblichen Mehraufwand bei den Steuerpflichtigen und deren Steuerberatern.

Seminartipp
„Der Betriebsprüfer kommt! Was tun?“
Samstag, 26. Juni 2004, 9.00 bis 13.00 Uhr
Landstraße 38, 4020 Linz
Anmeldungen unter 0732/77-00-37

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