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Praxis 25. November 2005

Geld zurück für Sonderausgaben

Lebensversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung und die Kirchensteuer. Das sind wohl die bekanntesten Sonderausgaben. Es gibt aber noch andere, für die ein paar Steuer-Euro zu holen sind.

Wie viel von den Sonderausgaben kann man wirklich absetzen? Oder gibt es andere Optionen? PRAXIS & WIRTSCHAFT ist dieser Frage nachgegangen und hat geprüft, welche Absetzmöglichkeiten darüber hinaus bestehen. In der Steuerpraxis gibt es verschiedene Arten von Sonderausgaben. Zum einen jene, die ohne Berücksichtigung der Höhe absetzbar sind, dann diejenigen, für die es eine betragliche Beschränkung gibt, und schließlich jene, die in den so genannten „Sonderausgabentopf“ kommen. In diesen Sonderausgabentopf fallen Beiträge zu freiwilligen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherungen, Wohnraumschaffung und -sanierung sowie Genussscheine und junge Aktien. Steuerwirksam ist jedoch höchstens ein Viertel der zu berücksichtigenden Beiträge. Alle vorhin genannten Zahlungen kommen in den Sonderausgabentopf, werden zusammengezählt und maximal ein Viertel davon kann steuerlich geltend gemacht werden.

Grenze der Anerkennung

Beträgt die Summe der Einkünfte in einem Kalenderjahr mehr als 36.400 Euro, so vermindert sich das Sonderausgabenviertel gleichmäßig bis zur Höhe von 50.900 Euro. Wer mehr verdient, kann diese Art der Sonderausgaben nicht mehr geltend machen. Auch wenn die Einkünfte unter 36.400 Euro liegen, können diese Topf-Sonderausgaben nicht unbeschränkt abgesetzt werden. Maximal werden Zahlungen in Höhe von 2.920 Euro pro Person anerkannt, davon wieder nur ein Viertel. Der Grenzbetrag erhöht sich um weitere 2.920 Euro, wenn ein Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag geltend gemacht wird. Bei mindestens drei Kindern im Haushalt erhöht sich dieser noch einmal um 1.460 Euro. Im maximalen Fall können also 7.300 Euro an Sonderausgaben geltend gemacht werden (drei Kinder und Alleinverdiener), davon wieder nur ein Viertel, weil es sich um die Topf-Sonderausgaben handelt. Unter Annahme einer Steuerprogression von 41 Prozent kann man sich somit 748 Euro vom Finanzamt zurückholen (7.300 Euro durch 4-mal 41 Prozent).

Uneingeschränkter Sonderausgabenabzug

Als Sonderausgaben anzuerkennende Renten sowie Steuerberatungskosten sind betraglich unbegrenzt in vollem Umfang abzugsfähig. Bei einem selbständigen Arzt werden die Steuerberatungskosten regelmäßig als Betriebsausgaben im Rahmen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung abgesetzt. Wird jedoch nur eine Arbeitnehmerveranlagung abgegeben, dann sind die damit in Zusammenhang stehenden Steuerberatungskosten als Sonderausgaben absetzbar. Auch die Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und der Nachkauf von Versicherungszeiten (Schulzeiten, Studienzeiten) in der gesetzlichen Pensionsversicherung und vergleichbare Beträge an Versorgungs- und Unterstützungskassen der Kammern sind betraglich unbegrenzt abzugsfähig. Die daraus resultierenden Pensionseinkünfte sind zur Gänze steuerlich zu erfassen.

Anerkennung von Kirchen-steuer und Spenden

Beiträge an gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgemeinschaften sind mit jährlich höchstens 75 Euro steuerlich absetzbar; ab 2005 werden es voraussichtlich 100 Euro sein. Spenden können unter bestimmten Umständen ebenfalls als Sonderausgaben abgesetzt werden. Die anerkannten Zuwendungsempfänger sind im Gesetz geregelt. Es gibt eine Liste, in der alle jene Institutionen aufgezählt sind, an die man spenden kann und diese Spenden dann steuerlich absetzen darf.

Die Herstellung eines Breitband-Internetzuganges bis zum 1. Jänner 2005 ist steuerlich begünstigt. Als Sonderausgaben dürfen Kosten für die erstmalige Herstellung eines Internetzuganges bis zu einem Betrag von maximal 50 Euro sowie die laufenden Grundentgelte bis zu einem Betrag von 40 Euro abgesetzt werden. Grundsätzlich kann jeder nur Sonderausgaben absetzen, zu deren Zahlung er selbst verpflichtet ist und die er auch geleistet hat. Werden für den Ehepartner oder für Kinder Versicherungsprämien, Beiträge zur Wohnraumschaffung / Wohnraumsanierung oder Kirchenbeiträge geleistet, so können diese trotzdem vom Steuerpflichtigen selbst als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Mag. Manfred Kenda, Ärzte Woche 13/2004

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