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Praxis 25. November 2005

Neues Procedere für Steuererklärungen

Eines ist sicher: Bei der Abgabe der Steuererklärung für das Jahr 2003 sind wesentliche Änderungen eingetreten. Diese Erklärungen sind erstmals elektronisch einzureichen, die Frist zur Einreichung wurde geändert und die Abgabenerklärungen erweitert.

Alles soll einfacher werden, viele Gewinner und keine Verlierer, sagen die Politiker. Allzu große Hoffnungen auf Verbesserungen der steuerlichen Situation von Ärzten sollten dennoch mit Vorsicht gehegt werden. Alles wird „einfacher“ Die „Vereinfachung“ sieht so aus: Die Steuererklärung besteht aus acht Seiten (vorher waren es vier Seiten). Erfolgt die Gewinnermittlung in Form einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, was in einer Arztordination in der Regel der Fall sein wird, so ist ein zusätzliches zweiseitiges Formular einzureichen. Dafür wird die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung nicht mehr an das Finanzamt geschickt. Wie man sieht, alles wird „einfacher“! Welche Fristen sind einzuhalten? Die Einkommensteuer-Erklärungen müssen bis Ende April 2004 eingereicht werden. Erfolgt die Übermittlung elektronisch, ist Zeit bis Ende Juni. Wer von einem Steuerberater vertreten wird, hat ein Jahr länger Zeit.

Wer muss umstellen?

Man kann sich vorstellen, dass die Umstellung auf die elektronische Einreichung nicht so leicht umsetzbar ist und es dadurch zu unzumutbaren Härten kommt. Um das zu vermeiden, wird von einer generellen Verpflichtung zur elektronischen Einreichung vorerst nur für diejenigen Steuerpflichtigen ausgegangen, die auf Grund der 100.000-Euro-Umsatzgrenze ohnehin schon zur elektronischen Umsatzsteuer-Voranmeldung verpflichtet sind, was in der Regel die Hausapotheker treffen wird. Diese Unzumutbarkeit gilt deshalb nur für Ärzte, die ihre Steuer-erklärung selbst einreichen. Steuerberater sind zur elektronischen Abgabe verpflichtet.

Persönliche Anmeldung

Wie können Sie die Steuererklärungen selbst einreichen? Wenn Sie Einzelunternehmer sind, also Arzt mit selbständigen Einkünften, müssen Sie sich bei FINANZ-Online anmelden, was persönlich bei Ihrem Finanzamt zu erfolgen hat. Das Formular zur Einreichung der Steuererklärung hat nach wie vor die Bezeichnung E1. Es besteht aus acht Seiten, ist also sehr umfangreich und beinhaltet einige zusätzliche Angaben. Vor allem wurden die außergewöhnlichen Belastungen in das Formular eingearbeitet. Jenes Formular, das die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ersetzt, hat die Bezeichnung E1a. Dafür werden einzelne Positionen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung verlangt. Es gibt eine Aufgliederung der Erträge und der Betriebsausgaben. Die Aufgliederung der Erträge besteht aus sechs Kennziffern, wobei vier für Ärzte relevant sind. Die Betriebsausgaben werden in 14 Kennziffern gegliedert, von denen 13 in der Regel für den Arzt Bedeutung haben. Dieses Formular wird elektronisch übermittelt und ohne Prüfung in das Computersystem der Finanz eingegeben. Die Plausibilitätsprüfung übernimmt der Computer des Finanzamtes.
Das bedeutet nun nicht, dass Sie keine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mehr erstellen müssen. Da nur mehr das E1a an das Finanzamt geschickt wird, ist davon auszugehen, dass das Finanzamt umso öfter überprüfen wird, ob die Angaben im Formular korrekt sind. Generell ist mit einer Ausweitung von Betriebsprüfungen zu rechnen, da all jene Mitarbeiter des Finanzamtes, die in der betrieblichen Veranlagung tätig waren, jetzt auch verstärkt bei der Überprüfung der Fälle eingesetzt werden. Die Steuererklärungen 2003 sind, soweit sie für den jeweiligen Steuerpflichtigen Relevanz haben, in ihrem gesamten Umfang auszufüllen. Dies gilt sowohl bei elektronischer Einbringung wie auch bei Verwendung der amtlichen Vordrucke.
Die Finanz erwartet auch, dass die Zuteilungen zu den Kennziffern korrekt erfolgen. Wenn dies aufgrund der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung des Jahres 2003 noch nicht zur Gänze gewährleistet ist, wird das toleriert. Bei Fehlern wird weder eine Zwangsstrafe noch ein Verspätungszuschlag oder eine Strafe wegen Finanzordnungswidrigkeit verhängt. Sie finden die neuen Formulare auf der Homepage des Finanzministeriums unter www.bmf.gv.at/Formulare/Steuerformulare/Einkommensteuer.

Fragen an den Autor?
Mag. Manfed Kenda
Die Steuerberater, Klagenfurt
Manfred.kenda@die-steuerberater.at

Mag. Manfed Kenda, Ärzte Woche 7/2004

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